วันอาทิตย์ที่ 29 มกราคม พ.ศ. 2555

Franziska zu Reventlow. Die anmutige Rebellin: Biographie Unerschrockene Bohemienne!



Keine nudelholzschwingende Matrone, Der Untertitel weckt ein wenig Misstrauen: "Die anmutige Rebellin" -- Anmut bei einer Rebellin scheint also die große Ausnahme und damit titelwürdig bemerkenswert, scheint es sich doch bei rebellischen Frauen nach landläufiger Meinung um nudelholzschwingende Matronen zu handeln.
Ganz ordentlich, aber da wäre mehr drin gewesen, Der Untertitel weckt ein klein wenig Misstrauen: "Die anmutige Rebellin" -- Anmut bei einer Rebellin scheint also die große Ausnahme und damit titelwürdig bemerkenswert, scheint es sich doch bei rebellischen Frauen nach landläufiger Meinung um nudelholzschwingende Matronen zu handeln. Diesen Fehlschluss hat die Autorin Gunna Wendt sicher nicht beabsichtigt, aber leider wirkt er ein klein wenig nach bei der ganzen Lektüre. Immerhin geht es hier um die Biographie einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Münchner Bohème vor dem Ersten Weltkrieg, deren Lebensweise durchaus als Kampfansage an die Moralvorstellungen ihrer Zeit gesehen werden konnte und auch gesehen wurde.
Die hervorragend geschriebene Biographie einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war,
Einer ihrer Nachkommen hat sich in den letzten Wochen herabgelassen, bei einer der immer beliebter werdenden Sendungen nach dem Motto: XY sucht Frau als Graf Reventlow aufzutreten, der eine Gräfin sucht. Stolz prahlt er mit seiner berühmten Vorfahrin gegenüber Frauen, die weder über Geschichte, die Frauenbewegung oder gar den Feminismus auch nur den Hauch einer Ahnung haben und nur darauf aus sind, ins Fernsehen zu kommen. Der Graf seinerseits
Sucht die mediale Öffentlichkeit aus eher pekuniären Gründen. Mit dem Honorar des Privatsenders lässt sich doch so einiges auf dem großen Anwesen reparieren, und wenn er nebenbei eine Frau kennen lernt, so hat er nichts dagegen.

Seine eigenwillige und künstlerisch begabte Vorfahrin, deren von Gunna Wendt hervorragend recherchierte und in Szene gesetzte Biographie hier in einem Buch des ebenfalls vom Konkurs bedrohten Aufbau-Verlags vorliegt, hat sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht befasst. Sie hätte wohl kräftig gelacht über ihren Nachfahren, der sich in solche medialen Abhängigkeiten begibt.

Denn genau das ist offenbar ihre Sache niemals gewesen. Franziska zu Reventlow verlässt früh ihr Elternhaus, eng und protestantisch-preußisch richtig geführt, und geht nach München. Zuvor hat sie in der Familie lange als schwer erziehbar gegolten, doch sie hat sich durch die Flucht nach München früh der familiären und religiösen Zähmung entzogen und sucht und findet im Schreiben die Möglichkeit, ihre sozialisationsbedingten Grenzen zu sprengen.

1893 geht sie fort und macht im Bayrischen eine Ausbildung als Malerin. Es dauert nicht lange, da ist die eigenwillige und rebellische, immer auf ihre Unabhängigkeit auch als Frau bedachte Adlige Teil der dortigen Boheme. Viele damals bekannte Schriftsteller und Künstler zählen zu ihren Bekannten und Freunden. Schon einer von ihnen, Rainer Maria Rilke, sagte einmal, das Leben von Franziska zu Reventlow sei "eines von denen, die erzählt werden müssen."

Gunna Wendt tut das im vorliegenden Buch mit einer großen Liebe zum Detail und hervorragend recherchiert zum ersten Mal in Form einer Biographie.
Unerschrockene Bohemienne!, Es ist schon beinahe eine skurrile Ironie der Geschichte, dass die Lebensspanne der Schriftstellerin und Bohemienne Franziska zu Reventlow parallel zur wilhelminischen Ära verlief. Denn die 1871 in Husum geborene und 1918 verstorbene Fanny zu Reventlow lebte ein Leben, dass wirklich zu keinem Zeitpunkt mit den Idealen der Kaiserzeit harmonierte. Ihre Freiheitsbestrebungen brachten ihr früh immer wieder große Probleme ein und doch besaß sie stets den Mut, neue Wege zu gehen und auszubrechen.

Gunna Wendt hat dieser ungewöhnlichen Frau eine sehr lebendige Biographie gewidmet, die sich einerseits wie eine Chronik der Künstler- und Literaten-Boheme im München der Anfangstage des 20. Jahrhunderts liest und andererseits sehr gut darstellt, welche Hindernisse und Schwierigkeiten die eigensinnige und begabte Künstlerin zu überwinden hatte. Das Gunna Wendt nicht nur das Werk und das Leben der Reventlow sehr gut kennt, sondern sehr sorgfältig das Umfeld recherchiert hat und insgesamt Erfahrung in der Darstellung ungewöhnlicher Lebenswege von Künstlerinnen dieser Zeit hat, macht das Buch zu einem zusätzlichen Genuss!

Fanny wächst im Schloss Husum auf, trotz eines schwierigen Verhältnisses zur Mutter verlebt sie eine reiche und ihrem Adelsstand angemessene Kinderzeit. Nach anfänglichem Privatunterricht begehrt Fanny auf dem Internat erstmals auf und wird prompt hinausgeworfen.
Sie beginnt eine intensive Korrespondenz mit einem Freund, tritt dem "Ibsen-Club" bei und schult sich durch sehr intensive Lektüre.
Die kleinste Fessel war ihr unerträglich, Gunna Wendts Biographie ünber Franziska von Reventlow zeichnet auf kunstvoll-berührende Weise das Porträt einer Frau, die von Kindheit an gegen die Fesseln gesellschaftlicher Koventionen gekämpft, eine mutige Version von Frau- und Muttersein entworfen und gelebt hat - und doch den Zwängen der Konvention ein Leben lang nicht ganz entkommen konnte. Seit Teenagertagen hat mich mich diese "Königin von Wahnmoching", wie manche sie auch nannten, gefesselt und fasziniert; in verschiedenen Lebensabschnitten hab ich immer wieder ihre Briefe und literarischen Werke gelesen - ohne ganz schlau aus ihrem Charakter zu werden. Zwar hat "Fanny" auch jetzt noch manch ihres Geheimnisse vor mir - und wohl uns allen - verborgen gehalten, doch der klugen, sensiblen Analyse von Gunna Wendt ist es gelungen, das Bild runder und schlüssiger für mich zu machen, sowie interessante Aspekte und Verbindungen aufzuzeigen, die ich bislang noch nicht entdeckt hatte.
Unerschrockene Bohemienne!, Es ist schon beinahe eine skurrile Ironie der Geschichte, dass die Lebensspanne der Schriftstellerin und Bohemienne Franziska zu Reventlow parallel zur wilhelminischen Ära verlief. Denn die 1871 in Husum geborene und 1918 verstorbene Fanny zu Reventlow lebte ein Leben, dass wirklich zu keinem Zeitpunkt mit den Idealen der Kaiserzeit harmonierte. Ihre Freiheitsbestrebungen brachten ihr früh immer wieder große Probleme ein und doch besaß sie stets den Mut, neue Wege zu gehen und auszubrechen.

Gunna Wendt hat dieser ungewöhnlichen Frau eine sehr lebendige Biographie gewidmet, die sich einerseits wie eine Chronik der Künstler- und Literaten-Boheme im München der Anfangstage des 20. Jahrhunderts liest und andererseits sehr gut darstellt, welche Hindernisse und Schwierigkeiten die eigensinnige und begabte Künstlerin zu überwinden hatte. Das Gunna Wendt nicht nur das Werk und das Leben der Reventlow sehr gut kennt, sondern sehr sorgfältig das Umfeld recherchiert hat und insgesamt Erfahrung in der Darstellung ungewöhnlicher Lebenswege von Künstlerinnen dieser Zeit hat, macht das Buch zu einem zusätzlichen Genuss!

Fanny wächst im Schloss Husum auf, trotz eines schwierigen Verhältnisses zur Mutter verlebt sie eine reiche und ihrem Adelsstand angemessene Kinderzeit. Nach anfänglichem Privatunterricht begehrt Fanny auf dem Internat erstmals auf und wird prompt hinausgeworfen.
Sie beginnt eine intensive Korrespondenz mit einem Freund, tritt dem "Ibsen-Club" bei und schult sich durch sehr intensive Lektüre.
Ihr Entschluss, Künstlerin zu werden, ist unumkehrbar.
Sie geht nach München, besucht dort zunächst eine Malschule, verliebt sich in ihren Professor, kehrt zurück zu ihrem Verlobten und heiratet schließlich. Lange hält sie es in der norddeutschen Provinz nicht aus. Sie trotzt ihrem Mann einen weiteren Studienaufenthalt in München ab, nimmt die Treffen mit ihrem ehemaligen Geliebten wieder auf und trennt sich endgültig von ihrem Mann.
Sie beginnt zu schreiben, taucht ein in das freie Leben in den Ateliers und wird schwanger. Ihren Sohn zieht sie - oft vor enorme finanzielle Probleme gestellt - allein auf.
Die Grenzgängerin oder Rastlose Lebendigkeit, - Auf der Suche nach freieren, ungebundeneren Lebensformen -

"Die Jugend ist ihren professionellen Beobachtern nicht mehr zu rebellisch, sondern zu angepasst.", schrieb "DIE ZEIT" im Jahre 2005.
Ganz anders eine Frau, über die Rainer Maria Rilke vor über 100 Jahren bemerkte, dass ihr "Leben eins von denen ist, die erzählt werden müssen." Und er setzte noch hinzu "... und ich glaube, dass man es vor allem jungen Menschen erzählen muss, die das Leben anfangen wollen und nicht wissen wie."

Gunna Wendt, hat den Versuch unternommen, hinter die allgemein allzu oberflächlich wahrgenommene Fassade einer "Rebellin" und einer der schillerndsten Frauen der Schwabinger Künstlerszene des ausgehenden 19. und jungen 20. Jahrhunderts zu schauen und einer Frau gerecht zu werden, deren Lebensdaten mit denen des Deutschen Kaiserreiches identisch sind (1871-1918).

Franziska Gräfin zu Reventlow (getauft als Fanny Sophie Auguste Liane Adrienne Wilhelmine Comtesse zu Reventlow) - schon allein der Name weckt Assoziationen. Münchner Boheme fällt da sofort ein. Aber auch "ein Leben in Freiheit: ungebundene Liebe, erotische Abenteuer, eine freie Schriftstellerexistenz, Wohngemeinschaft und ein Kind ohne Vater.", berichtet Gunna Wendt in ihrem Prolog. Mit vielen Zuschreibungen wurde die Reventlow bedacht: "Heidnische Madonna, moderne Hetäre, Virtuosin des Lebens, grande Amoureuse, Schleswig-Holsteinische Venus, tolle Gräfin, Königin der Boheme, the woman who did, Ikone moderner Weiblichkeit - die Liste (...

Die eigenwillige und künstlerisch begabte Tochter erscheint ihren Eltern schon früh als schwer erziehbar. Die Widerspenstige entzieht sich ihrer Zähmung und entdeckt für sich eine Fluchtlinie, die ihre lebhafte Phantasie anregt und ihr gleichzeitig Sicherheit verleiht: das Schreiben. 1893 geht sie von Husum nach München, um sich als Malerin ausbilden zu lassen und in der Boheme ein Leben in Freiheit zu realisieren. Sie entwickelt die Utopie einer erotischen Kultur, lebt radikal, souverän und unverhohlen einen subtilen und individuellen Lebensstil.

วันจันทร์ที่ 23 มกราคม พ.ศ. 2555

Musik ist meine Sprache: Die Geschichte meines Lebens. Autobiografie Positive überraschung



Kulturträger für China, So tragisch die Lebensstationen des erst 28-jährigen chinesischen Pianisten auch sein mögen, so hat er neben seinen pianistischen Fähigkeiten einen bedeutungsvollen Auftrag für sein Geburtsland. Lang Lang hat die Jugend Chinas mobilisiert und für die klassische Musik des europäischen Abendlandes begeistert. In China werden inzwischen 10mal so viel Klavierinstrumente produziert wie in Europa. Der Fleiß und die atemberauende Leistungsbereitschaft der Chinesen sind wichtige Herausforderungen an die konsumnarkotisierte Welt in den USA und Europa. Es ist allerdings zu befürchten, dass Lang Lang den ständigen "Around-the-World-Marathon" nicht ewig durchhalten wird. Er braucht dringend eine künstlerische Atempause, um in ein weiteres Reifestadium zu gelangen. Dafür benötigt er weise Ratgeber, die heute leider rar geworden sind. Es wäre tragisch, wenn er Opfer einer gnadenlosen Musik-Marketing-Industrie würde.

Roland R.
lesenswert und informativ, nicht nur was das leben eines getriezten wunderkindes anbetrifft, ...sondern auch zwischen den zeilen zu lesen: ein interessantes psychogramm was die eigenartigkeit der chinesischen gesellschaft anbetrifft. ohne sich auf irgendwelche politischen kritikpunkte einzulassen, nur durch die dokumentarisch gehaltene darstellung seines weges wird deutlich, wie erbarmungslos und seelenlos dieses system mit seinen menschen umgeht und welchen hindernissen künstler, die in unserem westlichen sinn um authentischen Ausdruck ringen, so ganz und gar null chance haben.
Positive überraschung, Ich habe mir dieses Buch in der Bücherei eher halbherzig ausgeliehen, da ich oft Biographien langatmig und langweilig finde. Nicht so bei diesem Buch! Es hat mich von Anfang an gefesselt und ich habe es an einem Tag gelesen. Man lernt Lang Lang quasi sehr persönlich kennen, seinen schmerzhaften Werdegang, den chinesischen Drill, für uns unvorstellbar.Die Faszination die die Musik auf den Pianisten ausübt darf man miterleben, seinen Respekt und seine Hochachtung vor den bekanntesten Konzertsälen und den grössten Musikern unserer Zeit mitfühlen! Für mich und sicher viele andere Musikinteressierte ist es eine wirklich angenehme und fesselnde Biographie. Ich werde es entsprechend auch verschenken.
Vielleicht zu früh, Eine Autobiografie eines so jungen Künstlers wie es Lang Lang ja ist, wirkt jedenfalls unvollendet. Mag dieser Ausnahmepianist noch so großartig sein, noch so begabt, er ist "werdend". Im Grunde genommen ist dieses Buch die Beschreibung einer sehr traurigen, gestohlenen Kindheit und erbarmungslosen Drills (Leopold Mozart läßt grüßen). Erstaunlich, wie gesund der Künstler bisher die schrecklichen Methoden überstanden und überlebt hat, er muss einen sehr harten Kern haben. Und dennoch, wenn man ihn spielen hört, wird man verzaubert. Ich stehe Lang Langs perfekter Aufführungskunst nach der Lektüre des Buches nun sehr zwiespältig gegenüber.
freunde der klassischen musik, Für alle Musikfreunde ist dieses Buch ein wahrer Genuss. Sehr informativ wird die schwere entbehrungsreiche und mühevolle Kindheit Lang Langs und das Leben, Streben und die Entwicklung des berühmten Pianisten beschrieben. Es gibt Einblicke in den nicht immer leichten Weg zur Karriere und auch ins Privatleben des Künstlers. In sehr gutem Stil geschrieben ist es eine Freude es zu lesen, wobei sicherlich Musikkenner voll auf ihre Rechnung kommen können.
Anfangs tut einem das Kind Lang Lang schon sehr leid, getrennt von der Mutter in der Ferne mit dem strengen Vater - es tut einem beim Lesen das Herz weh.
Wenn man, wie ich den grossen Künstler in einem Konzert live erleben durfte, kommt einem nicht in den Sinn, welche Kraft er in jungen Jahren aufwenden musste um immer zu entsprechen. Seine Offenheit und Fröhlichkeit ist derartig mitreissend, daß man alles rundherum vergißt.
Für nicht so ganz musikbewanderte Leser ein Buch, das in unvergleichlicher Weise zur Musik führt und hilft klassische Musik und deren Interpreten besser zu verstehen. Für mich als Klassikliebhaberin war das Buch lehrreich und unterhaltsam zugleich. Ich möchte es vor allem jungen Lesern gerne weiterempfehlen.
Ein wunderbares Buch von einem außergewöhnlichen Pianisten, Lang Lang ist einer der besten Pianisten der Welt. Seine Konzerte sind wunderbare Geschenke an die Zuhörer. In seiner Autobiografie erzählt er von seinem garnicht unbeschwerten Weg zur Weltspitze. Auch im Licht der momentanen Diskussion unterschiedlicher Erziehungskonzepte ist dieses Buch empfehlenswert, zeigt es doch deutlich, daß Drill und hartes Einfordern von Leistung die Kinder verzweifeln lassen.
Einblicke in die Entwicklung eines Pianisten,
Als ich das Buch in die Hand nahm, fragte ich mich schon, was einen so jungern Künstler wohl bewogen haben mag, seine Autobiographie in die Welt zu setzen. Hybris? Nein, sondern der Wunsch, sich mitzuteilen und verstanden zu werden.
Und wer Lang Langs Perfomance liebt, der wird auch dieses Buch lieben. Es ist frisch in seiner an Naivität grenzenden Offenheit, leicht und fesselnd zu lesen und das ultimative Geschenk für Lang Lang Fans, die schon alle CDs haben.
Man erhält Einblicke in die Grenzen und Möglichkeiten, in China zu einem Pianisten von Weltrang zu reifen. Es zeigt, die Eislaufmutter-Mentalität der Eltern, die Identifikation des Vaters mit dem Vater Mozarts, die Lang Lang mit neun Jahren fast das Leben kosten wird...
Keine tiefen Reflektionen, keine Theorie der Musik, sondern Lang Lang, fast live.
Nummer Eins, Lang Lang, der Starpianist aus China, der bereits in jungen Jahren die bedeutendsten Konzertsäle der Welt eroberte, hat hier seine Lebens- oder eher Kinheits- und Jugendgeschichte vorgelegt. Chinesische Künstler stehen ja ohnehin schon im Ruf, bereits als Kinder reichlich gedrillt und geschunden zu werden. Lang Langs Biografie kann als geradezu paradigmatisch für diese Auffassung gesehen werden. Bereits als Kleinkind wird er darauf getrimmt, die "Nummer Eins" zu werden. Die Eltern, Opfer der Kulturrevolution, projizieren ihre ganzen Hoffnungen und Erwartungen auf ihren Sohn. Der Junge wird in eher armen Verhältnissen groß.
Nichts ist wichtiger als die Nummer eins, Nummer eins - darunter geht nichts, der Zweite verliert. Dieses Mantra bekam Lang Lang schon in frühester Kindheit eingetrichtert. Im Zuge der Ein-Kind-Politik in China lagen alle Hoffnungen und Träume seiner Eltern auf seinen Schultern. Eine wahrlich große Bürde für einen kleinen Menschen. Besonders der psychische Druck drohte Lang mehrmals zu zerbrechen. Dennoch rappelte er sich immer wieder auf, bis zum Ziel. Doch zu welchem Preis?

1982 geboren, sind Lang Langs Eltern eine Telefonistin und ein Polizist in Shenyang. Schon früh machte sich die Begabung ihres kleinen Jungen am Klavier bemerkbar, bereits mit drei Jahren bekam er Unterricht. Die Comicfiguren Tom und Jerry inspirierten ihn zum Klavierspiel, es beeindruckte ihn, wie virtuos Tom in einer Folge mit den Tasten klimperte und Jerry auf den Saiten herumsprang. Anschließend verbeugten sich beide im Smoking - und der kleine Lang war infiziert. Seine Zukunft war klar, er wollte ein großer Pianist werden. Das viele Üben störte ihn nicht, im Gegenteil, das Klavier wurde sein bester Freund. Nach seinem ersten Wettbewerbsgewinn zog Lang mit seinem Vater nach Peking, um im Konservatorium aufgenommen zu werden. Seine Mutter blieb zuhause, ihr Gehalt brauchten sie zum Überleben. Inzwischen war das Lebensziel seines Vaters klar geworden: Die Überwachung und Förderung seines Sohnes.
Gute Lehrer sind besonders wichtig, in China haben diese Professoren fast die Allmacht. Was sie sagen, wird gemacht.

»Beeindruckende, über Strecken erschütternde Lebensgeschichte eines Wunderkinds.« HörZu/ 18.12.08 »Man liest das Buch gespannt und betroffen, gewinnt einen Einblick in die Welt eines großen Künstlers, der einen bitteren Weg zur Größe durchstehen musste.« WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU/ 19.01.

วันอาทิตย์ที่ 22 มกราคม พ.ศ. 2555

Ein starkes verwundetes Herz - Niki de Saint Phalle: Ein Künstlerleben (HERDER spektrum) So verwundet das Herz auch war, gebrochen hat es niemand



Ein liebevolles Buch..., welches in sehr einfühlsamer Weise das Leben der Schöpferin der NANAS nachzeichnet. Ein Buch, dass uns die Frau Niki de Saint Phalle näherbringt, ihren unermüdlichen Arbeitseifer, ihre Schaffenskraft, ihre starke Ausdruckskraft in ihren Werken. Eine besonere Rolle spielt auch die besondere Arbeits- und Liebesbeziehung zu Jean Tinguely, ihre gemeinsame fruchtbare Zusammenarbeit. Für mich ein sehr wichtiges Buch, um in die Welt der Künstlerin tiefer einzutauchen.
Es bleibt ein Roman...., Stefanie Schroeder zeichnet in ihrem Roman ein sympatisch seichtes Bild von Niki de Saint Phalle ohne die tragischen Erfahrungen aus zublenden. Alles in allem macht das Buch neugierig mehr ueber die Persoehnlichkeit Niki de Saint zu erfahren, da in diesen Buch der dokumentarische Teil stark hinter dem Romancharakter zurueck steht.
So verwundet das Herz auch war, gebrochen hat es niemand, Das Buch "Ein starkes verwundetes Herz - Niki de Saint Phalle" beschreibt sehr eindrucksvoll die verschiedenen Stationen von Nikis Leben.

Zunächst der Ausbruch aus dem Bürgertum und ihrer ersten Ehe, um Kunst zu machen. Die mangelnde Anerkennung, die sie so wütend machte, dass sie noch mehr und besser arbeitete, um schließlich wirklich Großes zu erreichen.

Sehr vielfältig ist ihr Werk. Begonnen mit Reliefbildern, die dann zu Schießbildern wurden, um die zunächst weißen Arbeiten mit Farbe zu bespritzen. Sie brachten ihr den Durchbruch in der Kunstszene.
Spekulation, Nett zu lesen! Das Buch eröffnet zweifellos eine Einsicht in das Leben und die Arbeit und künstlerische Entwicklung von Niki de Saint Phalle, ihren Lebenslauf und die Beziehungen zu den Menschen und Männern, die sie umgaben. Leider begibt sich die Autorin nicht nur zeitweilig, sondern zum großen Teil wilden Spekulationen hin, was Niki gedacht haben mag oder warum sie so oder so entschieden hat. Das hat mit genauer Recherche nicht viel zu tun, es grenzt eher an Märchenerzählerei. Auch Wissenschaft im Kunstbereich kann unterhaltsam geschrieben werden, wem ein einfacheres Niveau genügt und sich nicht selbst über die Werke einer Künstlerin Gedanken machen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Die Schöpferin der „Nanas" - eine erstaunliche Frau, die trotz aller Verwundungen immer wieder Stärke zeigte.

วันศุกร์ที่ 20 มกราคม พ.ศ. 2555

Best of National Geographic: Wo liegt der Himmel auf Erden? National Geographic-Fotografen zeigen ihr persönliches Paradies Prima gelaufen alles bestens



Prima gelaufen alles bestens,

Wo liegt für Menschen, die die ganze Welt gesehen haben, das Paradies? Eine sehr persönliche Frage, die National Geographic seinen Fotografen stellte. So unterschiedlich wie sie selbst waren ihre fotografischen Antworten. Flip Nicklin findet sein Paradies vor Hawaii. Die Wale, die er dort fotografiert hat, sind für ihn mythische Tiere. Sarah Leen lebte für mehrere Monate in Kamtschatka. Sie dokumentierte dort die Menschen, die Rentierherden, die Vulkane und Flüsse. Ihr Foto vom schönsten Fleck der Welt: ein Mann auf einem Pferdeschlitten inmitten einer unendlichen weißen Ebene. Reza fotografierte einen kleinen Jungen in Kapstadt und erinnert daran, dass mehr Menschen in der Hölle als im Himmel leben und dass das wahre Paradies im inneren Frieden liegt. Der Bildband ist die persönliche Liebeserklärung der Fotografen an den wichtigsten Ort in ihrem Leben. In kurzen, manchmal philosophischen Essays erklären sie die Beweggründe für ihr Foto. Das Buch ist emotional, ohne je kitschig zu sein. Die Bilder zeigen nie das Klischee, sondern die Realität: einen Himmel voller Schmetterlinge, Eisschollen in der Nordwestpassage, Nebelschwaden vor Neufundland, den Rücken eines Alligators. Es sind viele Facetten, die den Lieblingsort eines Menschen ausmachen. Manchmal aber kann das Paradies auch in einem kurzen bewegenden Moment bestehen.

วันพฤหัสบดีที่ 19 มกราคม พ.ศ. 2555

Lou Andreas-Salomé und Rilke - eine amour fou (insel taschenbuch) "Bist Du auch fern: ich schau Dich doch an" (Lou-Andreas-Salomé)



Eine Liebe in anderen Zeiten, Wer sich als Leser für eine Biographie entscheidet, sollte eine gewisse Affinität zu der beschriebenen Person haben. Lou Andreas-Salomé ist sicher keiner breiten Leserschaft bekannt, im Gegensatz zu Rilke, dem geliebten oder auch verspottetem Lyriker, der aus einer anderen Welt kam. Gunna Wendt hat sich mit der Zeit und den Zeitgenossen sehr befasst und dabei ist ein erfreulich überschaubares und profundes Werk entstanden. Die ungeheuer emanzipierte Andreas-Salomé nahm sich nur das was ihr gefiel und ging dabei gnadenlos mit ihrer Umgebung um. Männer wurden als Objekte betrachtet und geliebt oder "abgelegt". So war sie verheiratet mit Andreas, dem sie jedoch zur Auflage machte keinerlei intime Beziehung mit ihr haben zu dürfen und daran hielt er sich nach der Überlieferung. Doch unter welchen Schmerzen. So mutet es fast wie Hohn an, dass sie sich für Rainer Maria Rilke entschied, den Hochsensibelen und zu höchster Eitelkeit tendierenden Mann, der so viel jünger war als sie. Wendt beschreibt es trotz aller Unterschiede als eine Art "Seelenverwandtschaft" , kaum zu glauben. Doch es muss in etwa so gewesen sein. Der Erzählstil ist kurzweilig und wechselt zu den unterschiedlichsten Schauplätzen von St.Petersburg bis Worpswede. Längst vergessene Künstler wie Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Paula Modersohn-Becker, aber auch Nietzsche, der ihr zeitweise verfallen war.
Diese Biographie ist lesenwert und scheint manchmal wie aus einer anderen Zeit gefallen, was sie ja wirklich auch ist.
Der Dichter und die Vielgeliebte!, Gunna Wendt ist eine ausgewiesene Kennerin des Fin de Siecle und widmet sich häufig in ihren Biographien und Porträts Künstlerinnen der Jahrhundertwende und ihrer Beziehungen zu Männern und Frauen.

Bereits in Studentenzeiten dachte sie darüber nach, ein Buch über Lou Andreas Salome und Rainer Maria Rilke zu verfassen. Nach Büchern über Franziska von Reventlow sowie Clara Westhoff und Paula Modersohn-Becker - die jeweils die Lebenswege beider Menschen kreuzten - kehrte sie nun zu diesem früh erdachten Projekt zurück.
Sie erfreut die Leser dabei mit einem spannenden und zugleich bemerkenswerten Einblick in das Leben zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die eine besonders innige Liebesbeziehung verband, die jedoch nicht von Dauer war.

Rilke war 20 und Andreas-Salome war 36 Jahre alt, als sie sich kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert begegneten und eine intensive Liebesbeziehung eingingen. Rilke, noch am Anfang seiner Dichterkarriere, sollte später das stets gleiche Beziehungsmuster der totalen Vereinnahmung seiner Partnerin einschließlich einer völligen Abwendung nach gewisser Zeit wiederholen. Bei Lou Andreas-Salome jedoch war dies nicht möglich. Als freier Geist mit klaren Vorstellungen für die Verwirklichung eigener intellektueller Interessen, ließ sie es erst gar nicht so weit kommen und pflegte auch während ihrer Zeit mit Rilke ihre vielfältigen Kontakte.

Gunna Wendt ist nicht nur Chronistin dieser Liebesbeziehung, sie komprimiert auch das Leben Rilkes und Andreas-Salomes bis zum Zeitpunkt ihrer Beziehung.
Lou Andreas Salomes Entwicklung zur Unabhängigkeit und geistigen Freiheit nimmt dabei den größten Teil ihrer biographischen Erzählung ein.
Die Egoistin und der Troubadur, Noch ganz berauscht von einer sagenhaften Lesung der Autorin in München, poetisch perfekt untermalt von Cohen, Nebtrebko und Xavier Nadoo, bin ich sofort nach Hause gestürzt, um das Buch zu lesen: eine Lektüre, die mir ebenso viel Genuss wie Erkenntnis beschert hat. Jetzt verstehe ich viel mehr von der Beziehung zwischen der bekennenden Egoistin - so ziemlich dem einzigen Lebens- und Entwicklungsmodell der Künstlerinnen des fin du siècle- und dem Dichter, der lieben MUSSTE, um dichten zu können.
Gunna Wendt hat dies alles mit Könnerschaft und Anmut bewerkstelligt, das Buch liest sich zeitweise fast wie ein Krimi, so spannend ist es, und man versteht, wieso diese beiden Persönlichkeit eine zwar herrliche, aber nur kurze Liebesbeziehung führen konnten (freundschaftlich blieben sie sich ja lange verbunden).

»Wendt skizziert unspektakulär und in sachlicher Darstellung die Faszination einer geistigen wie physischen Anziehung.

วันพุธที่ 18 มกราคม พ.ศ. 2555

Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?: Auf UN-Mission in Afghanistan Zwischen Pest und Cholera



Zwischen Pest und Cholera, Viele Dinge sind komplex,manche extrem .Afganistan gehört dazu.Wer erfahren will,wie es hinter den Kulissen,auf mehr oder wenig diplomatischem Parkett zugeht,der liegt hier richtig.Manches ist,weil sehr persönlich und wenig gefiltert,amüsant zu lesen,Anderes ist eher schwer auszuhalten.Es entstehen jede Menge ungute Gefühle,Zweifel kommen auf.Haben wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera?
T. Koenigs ist ein unverbesserlicher Optimist,ich nicht ganz.
"Wenn Wirklichkeit auf Diplomatie trifft", Informationen mit Hintergrund, Anregung zur Nachdenklichkeit über das Entstehen und "Verwalten" eines Krisenherds wie Afghanistan sowie selbstkritischer Humor machen die Stärken dieses Buches aus. Wer etwas ohne inhaltliche Aufgeregtheit aber dennoch mit einigem Tiefgang lesen möchte, ist hier an der richtigen Adresse.
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen - was sollen/wollen wir wirklich in Afghanistan ?, In den letzten Jahren sind etliche Bücher erschienen von deutschen Soldaten, die berichtet haben von ihren Erfahrungen beim Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Unterschiedlich haben sie ihre Erfahrungen bewertet. Da gab es Autoren, die immer wieder zu Einsätzen dort hin gingen, andere hatten die Nase voll und kehrten ernüchtert und meist, wenn nicht an Leib, so doch schwer an ihrer Seele verletzt nach Hause zurück, wo sie in der Regel mit Nichtinteresse ihrer früheren Umgebung konfrontiert wurden. Wofür haben wir eigentlich die Köpfe hin gehalten? Diese Frage habe ich in nicht wenigen Büchern so gelesen.

Afghanistan Geschichte von Wiederaufbau und Befriedung oder Beispiel des Scheiterns westlicher Einmischung? Tom Koenigs Aufzeichnungen als höchster UN-Vertreter in den entscheidenden Jahren erlauben einen bisher unbekannten und ungeschönten Blick hinter die Kulissen. Und sie sind eine stilistische Seltenheit: Frisch, witzig, fast literarisch und vollkommen unbefangen. Woche um Woche hält der Sondergesandte Tom Koenigs seine Erlebnisse und Erfahrungen in Afghanistan für sich und seine Freunde fest. Er erzählt von den komplizierten diplomatischen Beziehungen, von westlichen Botschaftern, denen das Hemd näher ist als die Hose, von der problematischen Rolle der Medien, von wilden Autofahrten und hoher Diplomatie im Wüstensandsturm, von seinem Besuch beim König und den Reisen nach New York zu Kofi Annan. Immer wieder beschreibt er das absurde Protokoll, den Prunk und Plunder, seltsame Konstanten trotz der offensichtlichen Zunahme von Gewalt, Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten. Koenigs analysiert die Entwicklungen und stellt bald fest: Jeder getötete Taliban mobilisiert drei neue wie das Gorgonenhaupt. Aber seine Gelassenheit beschützt der Alltag, sein Gesprächspartner Alberto, seine zwölf rumänischen Leibwächter und sein Gärtner, der die beiden Rosenstöcke im Garten pflegt, mit den sechs verschiedenen gepfropften Sorten. Da die Notizen ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, sind sie ganz »undiplomatisch« geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht zurück.

วันอังคารที่ 17 มกราคม พ.ศ. 2555

Das Leben des Friedrich Schiller: Eine Wanderung (insel taschenbuch) Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller



Guter Einstieg, aber leider doch nicht mehr, Im Großen und Ganzen bin ich von diesem Buch eher enttäuscht. Es wirkt wie eine ungeliebte Auftragsarbeit zum 200jährigen Todestag Schillers. Es hätte viele Aspekte in Schillers Leben gegeben, die dem Buch ein wenig mehr Spannung verliehen hätten. So geht Damm beispielsweise kaum auf die Dreiecksbeziehung zwischen Ihm und den Schwestern von Lengefeld ein. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Mich hätte auch interessiert wie es seiner Frau und den 4 Kindern nach Schillers Tod ergangen ist. Welche Laufbahn haben die Kinder eingeschlagen? Dem Buch fehlt ganz einfach Sigrids Herzblut.
Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller, Das Buch gibt in einfühlsamer Weise einen sehr lebendigen Einblick in das Privatleben Schillers und zeigt durch die sehr gründliche Wiedergabe seiner Korrespondenz und schriftlicher Äußerungen von Zeitgenossen die innere Verfassung des Dichters in den verschiedenen Lebensabschnitten. Dadurch wird auch der Zugang zu seinem Werk neu erschlossen. Wer sich mit Schiller beschäftigt, kann auf dieses Buch nicht verzichten.
Schiller in seinen eigenen Worten, Zum Schillerjahr war es für mich eine willkommene Angelegenheit, mich jenseits des Schuldwissens mit dem Leben des Friedrich Schiller zu beschäftigen. Damm hat nicht eine reine Biographie geschrieben, vielmehr ist es ein Rahmen für eine Vielzahl von autobiographischen Schriftstücken Schillers sowie der Zeitgenossen, mit denen er zu tun hatte, Schiller + Co., insbesondere Goethe, in ihren eigenen Worten. Da sie alle gut schreiben konnten (wer, wenn nicht sie?, liest es sich sehr gut. Es gibt einen guten Einblick in die persönliche Situation von Schiller, der einem dabei mit seinen finanziellen Nöten, seiner angeschlagenen Gesundheit, dem rastlosen Schreiben gegen die ablaufende Zeit aufgrund seiner Krankheiten und mit seinem Familiensinn viel näher kommt, als es einem in der Schule etwas dröge, vor allem die Dichterfreundschaft zwischen Goethe und Schiller, geschildert wurde. Gerade die Gegensätze und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden sind spürbar und reizvoll.
Der Schwerpunkt des Buches ist jedoch, wie der Titel schon sagt, das Leben Schillers. Seine Arbeiten an den Werken werden natürlich auch ausführlich dargestellt, es wäre aber für mich z. B. hilfreich gewesen, wenn wenigstens kurz die Inhalte dargestellt werden, denn nicht alle Dramen und Gedichte Schillers hat man im Detail im Kopf und man möchte nicht jedes Mal anderweitig nachschlagen. Wenn z. B. der Herzog bestimmte Passagen in den Werken nicht gefallen, wäre eine ausführlichere Darstellung der kritisierten Stellen durchaus hilfreich gewesen- das Buch wendet sich ja an eine breite Leserschaft. Und wenn z. B. über Spottverse über das "Lied von der Glocke" geschrieben wird, wäre es schön, wenn wenigstens eine kleine Passage zitiert werden würde. So wird man neugierig gemacht, kommt aber kaum an die Information. Ebenso wäre es schön gewesen, wenn nicht nur über die verschiedenen Gemälde, Büsten etc. von Schiller ausführlich geschrieben würde, sondern sie auch abgedruckt wären, denn so kann man kaum nachvollziehen, auf was sich die Autorin bezieht. Gleichfalls hätte es mir gefallen, wenn noch ein kleiner Abschnitt über Schillers Familie nach seinem frühen Tod enthalten gewesen wäre, da sie einem in den Zitaten regelrecht ans Herz wächt und ich gerne mehr erfahren hätte, wie es mit ihnen weiterging.
Jetzt sind meine Kritikpunkte vielleicht etwas lang ausgefallen im Vergleich zu meinem Lob; insgesamt hat mir die Biographie aber sehr gut gefallen und mich z.T.
Schiller begegnen, Was erwartet den Leser, der Sigrid Damms Buch in die Hand nimmt? Eine Lebensbeschreibung des Dichters, so steht es im Titel, aber keine literarische Bewertung und Einordnung. Und was hat es mit dem Untertitel "Eine Wanderung" auf sich? Nach dem Lesen des Buches weiß ich, dass Sigrid Damm mit Schiller gewandert ist, und ich als Leser die beiden begleitet habe.Es ist die Authenzität, die das Buch so außerwöhnlich schön macht. Die Autorin selbst webt in die Lebensbeschreibung des Dichters ihre eigenen Erfahrungen mit Schiller, dem sie lange nur aus großer Distanz begegnete, ob in ihrer Jugend oder Studentenzeit oder in späteren Jahren. Ihr gelingt es dabei, ganz persönlich zu bleiben und dem Leser nicht ihr eigenes Urteil zu oktroyieren. Sehr intim sind allzumal jene Stellen des Buches, in denen die Autorin über ihre Reisen erzählt, die sie während der Arbeit an ihrem Buch machte, an Orte, die mit Schiller direkt und seiner Familie verknüpft sind. Hier erspürt der Leser, wie nahe sie dem Dichter im Laufe ihrer Arbeit gekommen ist.
Die einfühlsame Lebensbeschreibung Schillers erfolgt chronologisch, und wo es für das Verständnis des jeweiligen Ausschnittes notwendig ist, fügt Sigrid Damm zeitliche Rückblenden ein und beleuchtet die Zusammenhänge, gibt Ausblicke auf die Rezeption verschiedener Werke und lässt Menschen zu Wort kommen, die nach seinem Tod über ihn geschrieben und sich mit ihm auseinandergesetzt haben. Authentisch ist diese Lebensbeschreibung, weil Sigrid Damm Schiller persönlich so oft zu Wort kommen und den Leser damit teilhaben lässt an seinem Denken und Fühlen, an seinem Ringen um sein poetisches Programm, an den Kämpfen um Anerkennnung im gesellschaftlichen Leben und als Dichter. Schillers Zeitgenossen treten in einen Dialog ein, indem die Autorin ihnen Platz gibt, ihre mitunter konträren Haltungen und Ansichten zu äußern. Dafür hat sich Sigrid Damm auf die unzähligen Briefe von Schiller und an Schiller als Quelle gestützt und mit großem Gespür und Feingefühl Zitate aus diesen Briefen in ihre biographische Erzählung eingearbeitet.
Vorsichtige Annäherungen, Sigrid Damm, die vielen bekannt sein dürfte als Biografin von Cornelia Goethe und Christiane Vulpius hat sich mit diesem Buch an die Gestalt Friedrich Schillers anzunähern versucht - in der Beshreibung ihres eigenen Kennenlern-Prozesses zeigt sie uns die aus unsäglichen, für heutige Menschen kaum vorstellbare Bedingungen gewachsene Persönlichkeit dieses "großen deutschen Dichters" und wir erleben, wie sich eine neue Welt öffnet......für Sigrid Damm, wie für den Leser.
Herzlichen Damk für diese von großer Sachkenntnis und seh viel Genauigkeit in der Beschreibung der geschichtlichen Zusammenhänge und Gegebenheiten des damaligen Alltags erzählte Begegnung mit dem Menschen Schiller - und für die Begreifbarmachung der überaus mühevollen Entstehungsprozesse seiner Werke; dennoch hätten diese ohne die immer wieder glückhaft erscheinenden wichtigen und hilfreichen Menschen in Schillers Leben nicht zustande kommen können.
hier lernt man goethe lieben, ich finde frau damms biographie leider etwas schwächlich. zu lang sind die passagen, in denen sie sich lediglich zitate anderer bedient, zu sehr tritt sie oft als biographin zurück. um dann wieder unvermutet und manchmal unerträglich gefühlig-subjektiv vermutungen über schiller anzustellen. die erste hälfte habe ich mit viel vergnügen gelesen, der ich sehr wenig über schiller wusste. und die zweite hälfte, die dann eher stilistisch dahindümpelt, macht perfiderweise sehr viel mehr lust auf den grossen freund schillers und den nun mal auch ausgewiesenermassen lieblingsschriftsteller der damm, j.w. von goethe. die beziehung der beiden männer ist durchaus spannend. aber ein bisschen weniger blasse zurückhaltung der biographin und eine eingehendere schilderung und untersuchung des schillerschen werkes hätte ich mir gewünscht.
Pastiches schreibend, Ganz wie Marcel Proust möchte ich mich an einem "Pastiche" versuchen, d. h. meine Rezension im Stil von Frau Damm verfassen. Also los geht's:

Mich Damms Schillerbuch nähernd.
Abwartend. Zürnend. Die Materie umkreisend.
Kaum ganze Sätze.
Partizipien verwendend.
Wichtig vorkommend.
Eindruck kritischer Distanz erweckend. Damit eigenes Unvermögen überspielend.
"Zitierend", der "Stil", aus "Fragmenten" und "einzelnen" "Satzfetzen" Neues "kreieren[d]", dabei "Zitat[e]" verfälschend und "[an]passen[d]".
Zwei Punkte vergebend weil seltsamerweise zu Ende gelesen habend.
Opiumschlummer und Champagnerrausch,
Es war keine Liebe auf den ersten Blick, eher Distanz, die Sigrid Damm anfangs für Friedrich Schiller empfand. Und damit ist sie gewiss nicht allein. Viele tun sich etwas schwer mit diesem Autor. Fehlen ihm doch die Wärme, die zum Beispiel die Gedichte Goethes ausstrahlen, und seine Universalität. In den Dramen allerdings ist er groß - größer als Freund Goethe. Dennoch hat sich die Gothaerin Sigrid Damm, die sich mit Biografien über J. M. R. Lenz und Cornelia Goethe, mit der Arbeit über "Christiane und Goethe" sowie dem Roman "Ich bin nicht Ottilie" einen Namen gemacht hat, auf "eine Wanderung" zu Friedrich Schiller begeben.

Eine Liebeserklärung ist daraus nicht geworden, aber eine Entdeckunsgreise von großer Sachkunde und höchstem Respekt für einen der größten deutschen Dichter. So erschließt sich für den Leser, nicht zuletzt auch durch Sigrid Damms wunderbare Art des Erzählens, dieser Friedrich Schiller, dessen 200.
Hier schreibt eine Autorin, deren Kenntnis des Schillerschen Lebens in eine umfassende Darstellung mündet., Schillers Leben folgt Sigrid Damm im intensiven Dialog mit dem Dichter selbst, begleitet ihn bei seiner Flucht aus Württemberg, beobachtet ihn auf den verschiedenen Etappen, die den Weg vom Stürmer und Dränger bis zum anerkannten Freund Goethes markieren. "Das Leben des Friedrich Schiller - Eine Wanderung" bietet dem Leser die Möglichkeit, die Biographie eines großen Dramatikers, Dichters und Philosophen nachzuvollziehen, detailliert den Werdegang und die Persönlichkeit Schillers zu betrachten.

Hier schreibt eine Autorin, deren Kenntnis des Schillerschen Lebens in eine umfassende Darstellung mündet. Sigrid Damm schaut auf das Leben, auf den Autor wie den Privatmann Friedrich Schiller. Aus dem immensen Fundus der Briefe Schillers bildet sie die Grundlage, entfaltet die Schattierungen einer wechselhaften Karriere, die vom gefeierten Jungautor zum Klassiker der Deutschen führt. Mit sicherer Hand skizziert "Das Leben des Friedrich Schiller" die Stationen Schillers; gerade diese souveräne Beherrschung der biographischen Aspekte macht einerseits Sigrid Damms Buch lesenswert und aufschlussreich, lässt andererseits aber auch die einzige Schwäche entstehen: Das Leben überdeckt hier das Werk. Was den Schriftsteller auszeichnet, was ihn heute noch für uns zugänglich macht, ist und bleibt sein künstlerisches Schaffen. Sigrid Damm vermittelt vorrangig den Dichter, nicht die Dichtung. Es bleibt eine informative und anschauliche Biographie, die allerdings den Kontakt zum Werk etwas weniger hätte scheuen sollen. Wer den Zugang zum Menschen Schiller sucht, wird hier fündig - dem Werk jedoch muss der Interessierte sich selbst zuwenden.
Schlaflos in Jena, Passend zum Schillerjahr erschien Sigrid Damms „Das Leben des Friedrich Schiller", ein Buch das fast immer chronologisch den Lebensweg Schillers nachzeichnet.
Wenn man sich überlegt, dass Schiller als klassischer Stubenhocker ein Leben führte, das ihn von Stuttgart über Mannheim nach Jena bzw. Weimar führte, so muss dieses äußerlich ereignislose Leben in seiner biographischen Darstellung andere Schwerpunkte haben. Wenn man auch sagen kann, dass Sigrid Damm wenig auf die Werke Schillers eingeht, dann kann man ermessen, dass die Biographie hauptsächlich den „privaten" Schiller zeigt. Dies ist der unendliche Vorzug des Werkes, dass sehr kenntnisreich und mit sehr vielen und langen Zitaten aus der Korrespondenz Schillers und seiner Zeitgenossen das tägliche Leben des Schriftstellers nachgezeichnet wird.

Wandernd, wie der Untertitel verheißt, will Sigrid Damm sich ihrem Objekt annähern. Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Die bronzene Klassikerstarre, die Friedrich Schiller anhaftet, versperrt noch heute vielen den Weg zu ihm. Eine neue Form musste her, weder wissenschaftliche Biografie noch biografische Romanform. Wie im Selbstgespräch versunken, gleichsam meditierend, arbeitet die Biografin über die Entstehungsgeschichte seiner Werke einen Dichter heraus, dessen Vita neben der des dionysischen Goethe stets merkwürdig abgedunkelt erscheint. Sigrid Damm schaltet einfach das Licht an. Und schlagartig wird es hell um den Menschen Friedrich Schiller. Die äußere Ereignislosigkeit des biografischen Lebenswegs erstaunt. Stuttgart, Mannheim, Jena, Weimar. So lautet die Simpelstrecke des jungen Stuttgarter Regimentsmedicus, der 1782 am Mannheimer Nationaltheater mit seinen Räubern zum „teutschen Shakespear“ aufstieg, wie die Presse jubelte. Bereiste der spätere Freund und Rivale Goethe südliche Zonen, ließ sich von außen inspirieren und meißelte schon früh an seiner Büste für die Nachwelt, so taugte der Idealist Schiller wenig zum Star und schöpfte einzig aus seinem überreichen Innenleben. Keinen der zahlreichen Handlungsorte seiner Dramen hat er je zu Gesicht bekommen. Wenig weltläufige empfand er sich als „Thier, dem gewiße Organe fehlen“. Durchsetzt von einer wahren Zitatensammlung, fließend eingewoben in den Text, wird eine ganze Epoche lebendig.