Zwischen Pest und Cholera, Viele Dinge sind komplex,manche extrem .Afganistan gehört dazu.Wer erfahren will,wie es hinter den Kulissen,auf mehr oder wenig diplomatischem Parkett zugeht,der liegt hier richtig.Manches ist,weil sehr persönlich und wenig gefiltert,amüsant zu lesen,Anderes ist eher schwer auszuhalten.Es entstehen jede Menge ungute Gefühle,Zweifel kommen auf.Haben wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera?
T. Koenigs ist ein unverbesserlicher Optimist,ich nicht ganz.
"Wenn Wirklichkeit auf Diplomatie trifft", Informationen mit Hintergrund, Anregung zur Nachdenklichkeit über das Entstehen und "Verwalten" eines Krisenherds wie Afghanistan sowie selbstkritischer Humor machen die Stärken dieses Buches aus. Wer etwas ohne inhaltliche Aufgeregtheit aber dennoch mit einigem Tiefgang lesen möchte, ist hier an der richtigen Adresse.
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen - was sollen/wollen wir wirklich in Afghanistan ?, In den letzten Jahren sind etliche Bücher erschienen von deutschen Soldaten, die berichtet haben von ihren Erfahrungen beim Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Unterschiedlich haben sie ihre Erfahrungen bewertet. Da gab es Autoren, die immer wieder zu Einsätzen dort hin gingen, andere hatten die Nase voll und kehrten ernüchtert und meist, wenn nicht an Leib, so doch schwer an ihrer Seele verletzt nach Hause zurück, wo sie in der Regel mit Nichtinteresse ihrer früheren Umgebung konfrontiert wurden. Wofür haben wir eigentlich die Köpfe hin gehalten? Diese Frage habe ich in nicht wenigen Büchern so gelesen.
Afghanistan Geschichte von Wiederaufbau und Befriedung oder Beispiel des Scheiterns westlicher Einmischung? Tom Koenigs Aufzeichnungen als höchster UN-Vertreter in den entscheidenden Jahren erlauben einen bisher unbekannten und ungeschönten Blick hinter die Kulissen. Und sie sind eine stilistische Seltenheit: Frisch, witzig, fast literarisch und vollkommen unbefangen. Woche um Woche hält der Sondergesandte Tom Koenigs seine Erlebnisse und Erfahrungen in Afghanistan für sich und seine Freunde fest. Er erzählt von den komplizierten diplomatischen Beziehungen, von westlichen Botschaftern, denen das Hemd näher ist als die Hose, von der problematischen Rolle der Medien, von wilden Autofahrten und hoher Diplomatie im Wüstensandsturm, von seinem Besuch beim König und den Reisen nach New York zu Kofi Annan. Immer wieder beschreibt er das absurde Protokoll, den Prunk und Plunder, seltsame Konstanten trotz der offensichtlichen Zunahme von Gewalt, Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten. Koenigs analysiert die Entwicklungen und stellt bald fest: Jeder getötete Taliban mobilisiert drei neue wie das Gorgonenhaupt. Aber seine Gelassenheit beschützt der Alltag, sein Gesprächspartner Alberto, seine zwölf rumänischen Leibwächter und sein Gärtner, der die beiden Rosenstöcke im Garten pflegt, mit den sechs verschiedenen gepfropften Sorten. Da die Notizen ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, sind sie ganz »undiplomatisch« geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht zurück.
ไม่มีความคิดเห็น:
แสดงความคิดเห็น