วันอาทิตย์ที่ 29 มกราคม พ.ศ. 2555

Franziska zu Reventlow. Die anmutige Rebellin: Biographie Unerschrockene Bohemienne!



Keine nudelholzschwingende Matrone, Der Untertitel weckt ein wenig Misstrauen: "Die anmutige Rebellin" -- Anmut bei einer Rebellin scheint also die große Ausnahme und damit titelwürdig bemerkenswert, scheint es sich doch bei rebellischen Frauen nach landläufiger Meinung um nudelholzschwingende Matronen zu handeln.
Ganz ordentlich, aber da wäre mehr drin gewesen, Der Untertitel weckt ein klein wenig Misstrauen: "Die anmutige Rebellin" -- Anmut bei einer Rebellin scheint also die große Ausnahme und damit titelwürdig bemerkenswert, scheint es sich doch bei rebellischen Frauen nach landläufiger Meinung um nudelholzschwingende Matronen zu handeln. Diesen Fehlschluss hat die Autorin Gunna Wendt sicher nicht beabsichtigt, aber leider wirkt er ein klein wenig nach bei der ganzen Lektüre. Immerhin geht es hier um die Biographie einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Münchner Bohème vor dem Ersten Weltkrieg, deren Lebensweise durchaus als Kampfansage an die Moralvorstellungen ihrer Zeit gesehen werden konnte und auch gesehen wurde.
Die hervorragend geschriebene Biographie einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war,
Einer ihrer Nachkommen hat sich in den letzten Wochen herabgelassen, bei einer der immer beliebter werdenden Sendungen nach dem Motto: XY sucht Frau als Graf Reventlow aufzutreten, der eine Gräfin sucht. Stolz prahlt er mit seiner berühmten Vorfahrin gegenüber Frauen, die weder über Geschichte, die Frauenbewegung oder gar den Feminismus auch nur den Hauch einer Ahnung haben und nur darauf aus sind, ins Fernsehen zu kommen. Der Graf seinerseits
Sucht die mediale Öffentlichkeit aus eher pekuniären Gründen. Mit dem Honorar des Privatsenders lässt sich doch so einiges auf dem großen Anwesen reparieren, und wenn er nebenbei eine Frau kennen lernt, so hat er nichts dagegen.

Seine eigenwillige und künstlerisch begabte Vorfahrin, deren von Gunna Wendt hervorragend recherchierte und in Szene gesetzte Biographie hier in einem Buch des ebenfalls vom Konkurs bedrohten Aufbau-Verlags vorliegt, hat sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht befasst. Sie hätte wohl kräftig gelacht über ihren Nachfahren, der sich in solche medialen Abhängigkeiten begibt.

Denn genau das ist offenbar ihre Sache niemals gewesen. Franziska zu Reventlow verlässt früh ihr Elternhaus, eng und protestantisch-preußisch richtig geführt, und geht nach München. Zuvor hat sie in der Familie lange als schwer erziehbar gegolten, doch sie hat sich durch die Flucht nach München früh der familiären und religiösen Zähmung entzogen und sucht und findet im Schreiben die Möglichkeit, ihre sozialisationsbedingten Grenzen zu sprengen.

1893 geht sie fort und macht im Bayrischen eine Ausbildung als Malerin. Es dauert nicht lange, da ist die eigenwillige und rebellische, immer auf ihre Unabhängigkeit auch als Frau bedachte Adlige Teil der dortigen Boheme. Viele damals bekannte Schriftsteller und Künstler zählen zu ihren Bekannten und Freunden. Schon einer von ihnen, Rainer Maria Rilke, sagte einmal, das Leben von Franziska zu Reventlow sei "eines von denen, die erzählt werden müssen."

Gunna Wendt tut das im vorliegenden Buch mit einer großen Liebe zum Detail und hervorragend recherchiert zum ersten Mal in Form einer Biographie.
Unerschrockene Bohemienne!, Es ist schon beinahe eine skurrile Ironie der Geschichte, dass die Lebensspanne der Schriftstellerin und Bohemienne Franziska zu Reventlow parallel zur wilhelminischen Ära verlief. Denn die 1871 in Husum geborene und 1918 verstorbene Fanny zu Reventlow lebte ein Leben, dass wirklich zu keinem Zeitpunkt mit den Idealen der Kaiserzeit harmonierte. Ihre Freiheitsbestrebungen brachten ihr früh immer wieder große Probleme ein und doch besaß sie stets den Mut, neue Wege zu gehen und auszubrechen.

Gunna Wendt hat dieser ungewöhnlichen Frau eine sehr lebendige Biographie gewidmet, die sich einerseits wie eine Chronik der Künstler- und Literaten-Boheme im München der Anfangstage des 20. Jahrhunderts liest und andererseits sehr gut darstellt, welche Hindernisse und Schwierigkeiten die eigensinnige und begabte Künstlerin zu überwinden hatte. Das Gunna Wendt nicht nur das Werk und das Leben der Reventlow sehr gut kennt, sondern sehr sorgfältig das Umfeld recherchiert hat und insgesamt Erfahrung in der Darstellung ungewöhnlicher Lebenswege von Künstlerinnen dieser Zeit hat, macht das Buch zu einem zusätzlichen Genuss!

Fanny wächst im Schloss Husum auf, trotz eines schwierigen Verhältnisses zur Mutter verlebt sie eine reiche und ihrem Adelsstand angemessene Kinderzeit. Nach anfänglichem Privatunterricht begehrt Fanny auf dem Internat erstmals auf und wird prompt hinausgeworfen.
Sie beginnt eine intensive Korrespondenz mit einem Freund, tritt dem "Ibsen-Club" bei und schult sich durch sehr intensive Lektüre.
Die kleinste Fessel war ihr unerträglich, Gunna Wendts Biographie ünber Franziska von Reventlow zeichnet auf kunstvoll-berührende Weise das Porträt einer Frau, die von Kindheit an gegen die Fesseln gesellschaftlicher Koventionen gekämpft, eine mutige Version von Frau- und Muttersein entworfen und gelebt hat - und doch den Zwängen der Konvention ein Leben lang nicht ganz entkommen konnte. Seit Teenagertagen hat mich mich diese "Königin von Wahnmoching", wie manche sie auch nannten, gefesselt und fasziniert; in verschiedenen Lebensabschnitten hab ich immer wieder ihre Briefe und literarischen Werke gelesen - ohne ganz schlau aus ihrem Charakter zu werden. Zwar hat "Fanny" auch jetzt noch manch ihres Geheimnisse vor mir - und wohl uns allen - verborgen gehalten, doch der klugen, sensiblen Analyse von Gunna Wendt ist es gelungen, das Bild runder und schlüssiger für mich zu machen, sowie interessante Aspekte und Verbindungen aufzuzeigen, die ich bislang noch nicht entdeckt hatte.
Unerschrockene Bohemienne!, Es ist schon beinahe eine skurrile Ironie der Geschichte, dass die Lebensspanne der Schriftstellerin und Bohemienne Franziska zu Reventlow parallel zur wilhelminischen Ära verlief. Denn die 1871 in Husum geborene und 1918 verstorbene Fanny zu Reventlow lebte ein Leben, dass wirklich zu keinem Zeitpunkt mit den Idealen der Kaiserzeit harmonierte. Ihre Freiheitsbestrebungen brachten ihr früh immer wieder große Probleme ein und doch besaß sie stets den Mut, neue Wege zu gehen und auszubrechen.

Gunna Wendt hat dieser ungewöhnlichen Frau eine sehr lebendige Biographie gewidmet, die sich einerseits wie eine Chronik der Künstler- und Literaten-Boheme im München der Anfangstage des 20. Jahrhunderts liest und andererseits sehr gut darstellt, welche Hindernisse und Schwierigkeiten die eigensinnige und begabte Künstlerin zu überwinden hatte. Das Gunna Wendt nicht nur das Werk und das Leben der Reventlow sehr gut kennt, sondern sehr sorgfältig das Umfeld recherchiert hat und insgesamt Erfahrung in der Darstellung ungewöhnlicher Lebenswege von Künstlerinnen dieser Zeit hat, macht das Buch zu einem zusätzlichen Genuss!

Fanny wächst im Schloss Husum auf, trotz eines schwierigen Verhältnisses zur Mutter verlebt sie eine reiche und ihrem Adelsstand angemessene Kinderzeit. Nach anfänglichem Privatunterricht begehrt Fanny auf dem Internat erstmals auf und wird prompt hinausgeworfen.
Sie beginnt eine intensive Korrespondenz mit einem Freund, tritt dem "Ibsen-Club" bei und schult sich durch sehr intensive Lektüre.
Ihr Entschluss, Künstlerin zu werden, ist unumkehrbar.
Sie geht nach München, besucht dort zunächst eine Malschule, verliebt sich in ihren Professor, kehrt zurück zu ihrem Verlobten und heiratet schließlich. Lange hält sie es in der norddeutschen Provinz nicht aus. Sie trotzt ihrem Mann einen weiteren Studienaufenthalt in München ab, nimmt die Treffen mit ihrem ehemaligen Geliebten wieder auf und trennt sich endgültig von ihrem Mann.
Sie beginnt zu schreiben, taucht ein in das freie Leben in den Ateliers und wird schwanger. Ihren Sohn zieht sie - oft vor enorme finanzielle Probleme gestellt - allein auf.
Die Grenzgängerin oder Rastlose Lebendigkeit, - Auf der Suche nach freieren, ungebundeneren Lebensformen -

"Die Jugend ist ihren professionellen Beobachtern nicht mehr zu rebellisch, sondern zu angepasst.", schrieb "DIE ZEIT" im Jahre 2005.
Ganz anders eine Frau, über die Rainer Maria Rilke vor über 100 Jahren bemerkte, dass ihr "Leben eins von denen ist, die erzählt werden müssen." Und er setzte noch hinzu "... und ich glaube, dass man es vor allem jungen Menschen erzählen muss, die das Leben anfangen wollen und nicht wissen wie."

Gunna Wendt, hat den Versuch unternommen, hinter die allgemein allzu oberflächlich wahrgenommene Fassade einer "Rebellin" und einer der schillerndsten Frauen der Schwabinger Künstlerszene des ausgehenden 19. und jungen 20. Jahrhunderts zu schauen und einer Frau gerecht zu werden, deren Lebensdaten mit denen des Deutschen Kaiserreiches identisch sind (1871-1918).

Franziska Gräfin zu Reventlow (getauft als Fanny Sophie Auguste Liane Adrienne Wilhelmine Comtesse zu Reventlow) - schon allein der Name weckt Assoziationen. Münchner Boheme fällt da sofort ein. Aber auch "ein Leben in Freiheit: ungebundene Liebe, erotische Abenteuer, eine freie Schriftstellerexistenz, Wohngemeinschaft und ein Kind ohne Vater.", berichtet Gunna Wendt in ihrem Prolog. Mit vielen Zuschreibungen wurde die Reventlow bedacht: "Heidnische Madonna, moderne Hetäre, Virtuosin des Lebens, grande Amoureuse, Schleswig-Holsteinische Venus, tolle Gräfin, Königin der Boheme, the woman who did, Ikone moderner Weiblichkeit - die Liste (...

Die eigenwillige und künstlerisch begabte Tochter erscheint ihren Eltern schon früh als schwer erziehbar. Die Widerspenstige entzieht sich ihrer Zähmung und entdeckt für sich eine Fluchtlinie, die ihre lebhafte Phantasie anregt und ihr gleichzeitig Sicherheit verleiht: das Schreiben. 1893 geht sie von Husum nach München, um sich als Malerin ausbilden zu lassen und in der Boheme ein Leben in Freiheit zu realisieren. Sie entwickelt die Utopie einer erotischen Kultur, lebt radikal, souverän und unverhohlen einen subtilen und individuellen Lebensstil.

วันจันทร์ที่ 23 มกราคม พ.ศ. 2555

Musik ist meine Sprache: Die Geschichte meines Lebens. Autobiografie Positive überraschung



Kulturträger für China, So tragisch die Lebensstationen des erst 28-jährigen chinesischen Pianisten auch sein mögen, so hat er neben seinen pianistischen Fähigkeiten einen bedeutungsvollen Auftrag für sein Geburtsland. Lang Lang hat die Jugend Chinas mobilisiert und für die klassische Musik des europäischen Abendlandes begeistert. In China werden inzwischen 10mal so viel Klavierinstrumente produziert wie in Europa. Der Fleiß und die atemberauende Leistungsbereitschaft der Chinesen sind wichtige Herausforderungen an die konsumnarkotisierte Welt in den USA und Europa. Es ist allerdings zu befürchten, dass Lang Lang den ständigen "Around-the-World-Marathon" nicht ewig durchhalten wird. Er braucht dringend eine künstlerische Atempause, um in ein weiteres Reifestadium zu gelangen. Dafür benötigt er weise Ratgeber, die heute leider rar geworden sind. Es wäre tragisch, wenn er Opfer einer gnadenlosen Musik-Marketing-Industrie würde.

Roland R.
lesenswert und informativ, nicht nur was das leben eines getriezten wunderkindes anbetrifft, ...sondern auch zwischen den zeilen zu lesen: ein interessantes psychogramm was die eigenartigkeit der chinesischen gesellschaft anbetrifft. ohne sich auf irgendwelche politischen kritikpunkte einzulassen, nur durch die dokumentarisch gehaltene darstellung seines weges wird deutlich, wie erbarmungslos und seelenlos dieses system mit seinen menschen umgeht und welchen hindernissen künstler, die in unserem westlichen sinn um authentischen Ausdruck ringen, so ganz und gar null chance haben.
Positive überraschung, Ich habe mir dieses Buch in der Bücherei eher halbherzig ausgeliehen, da ich oft Biographien langatmig und langweilig finde. Nicht so bei diesem Buch! Es hat mich von Anfang an gefesselt und ich habe es an einem Tag gelesen. Man lernt Lang Lang quasi sehr persönlich kennen, seinen schmerzhaften Werdegang, den chinesischen Drill, für uns unvorstellbar.Die Faszination die die Musik auf den Pianisten ausübt darf man miterleben, seinen Respekt und seine Hochachtung vor den bekanntesten Konzertsälen und den grössten Musikern unserer Zeit mitfühlen! Für mich und sicher viele andere Musikinteressierte ist es eine wirklich angenehme und fesselnde Biographie. Ich werde es entsprechend auch verschenken.
Vielleicht zu früh, Eine Autobiografie eines so jungen Künstlers wie es Lang Lang ja ist, wirkt jedenfalls unvollendet. Mag dieser Ausnahmepianist noch so großartig sein, noch so begabt, er ist "werdend". Im Grunde genommen ist dieses Buch die Beschreibung einer sehr traurigen, gestohlenen Kindheit und erbarmungslosen Drills (Leopold Mozart läßt grüßen). Erstaunlich, wie gesund der Künstler bisher die schrecklichen Methoden überstanden und überlebt hat, er muss einen sehr harten Kern haben. Und dennoch, wenn man ihn spielen hört, wird man verzaubert. Ich stehe Lang Langs perfekter Aufführungskunst nach der Lektüre des Buches nun sehr zwiespältig gegenüber.
freunde der klassischen musik, Für alle Musikfreunde ist dieses Buch ein wahrer Genuss. Sehr informativ wird die schwere entbehrungsreiche und mühevolle Kindheit Lang Langs und das Leben, Streben und die Entwicklung des berühmten Pianisten beschrieben. Es gibt Einblicke in den nicht immer leichten Weg zur Karriere und auch ins Privatleben des Künstlers. In sehr gutem Stil geschrieben ist es eine Freude es zu lesen, wobei sicherlich Musikkenner voll auf ihre Rechnung kommen können.
Anfangs tut einem das Kind Lang Lang schon sehr leid, getrennt von der Mutter in der Ferne mit dem strengen Vater - es tut einem beim Lesen das Herz weh.
Wenn man, wie ich den grossen Künstler in einem Konzert live erleben durfte, kommt einem nicht in den Sinn, welche Kraft er in jungen Jahren aufwenden musste um immer zu entsprechen. Seine Offenheit und Fröhlichkeit ist derartig mitreissend, daß man alles rundherum vergißt.
Für nicht so ganz musikbewanderte Leser ein Buch, das in unvergleichlicher Weise zur Musik führt und hilft klassische Musik und deren Interpreten besser zu verstehen. Für mich als Klassikliebhaberin war das Buch lehrreich und unterhaltsam zugleich. Ich möchte es vor allem jungen Lesern gerne weiterempfehlen.
Ein wunderbares Buch von einem außergewöhnlichen Pianisten, Lang Lang ist einer der besten Pianisten der Welt. Seine Konzerte sind wunderbare Geschenke an die Zuhörer. In seiner Autobiografie erzählt er von seinem garnicht unbeschwerten Weg zur Weltspitze. Auch im Licht der momentanen Diskussion unterschiedlicher Erziehungskonzepte ist dieses Buch empfehlenswert, zeigt es doch deutlich, daß Drill und hartes Einfordern von Leistung die Kinder verzweifeln lassen.
Einblicke in die Entwicklung eines Pianisten,
Als ich das Buch in die Hand nahm, fragte ich mich schon, was einen so jungern Künstler wohl bewogen haben mag, seine Autobiographie in die Welt zu setzen. Hybris? Nein, sondern der Wunsch, sich mitzuteilen und verstanden zu werden.
Und wer Lang Langs Perfomance liebt, der wird auch dieses Buch lieben. Es ist frisch in seiner an Naivität grenzenden Offenheit, leicht und fesselnd zu lesen und das ultimative Geschenk für Lang Lang Fans, die schon alle CDs haben.
Man erhält Einblicke in die Grenzen und Möglichkeiten, in China zu einem Pianisten von Weltrang zu reifen. Es zeigt, die Eislaufmutter-Mentalität der Eltern, die Identifikation des Vaters mit dem Vater Mozarts, die Lang Lang mit neun Jahren fast das Leben kosten wird...
Keine tiefen Reflektionen, keine Theorie der Musik, sondern Lang Lang, fast live.
Nummer Eins, Lang Lang, der Starpianist aus China, der bereits in jungen Jahren die bedeutendsten Konzertsäle der Welt eroberte, hat hier seine Lebens- oder eher Kinheits- und Jugendgeschichte vorgelegt. Chinesische Künstler stehen ja ohnehin schon im Ruf, bereits als Kinder reichlich gedrillt und geschunden zu werden. Lang Langs Biografie kann als geradezu paradigmatisch für diese Auffassung gesehen werden. Bereits als Kleinkind wird er darauf getrimmt, die "Nummer Eins" zu werden. Die Eltern, Opfer der Kulturrevolution, projizieren ihre ganzen Hoffnungen und Erwartungen auf ihren Sohn. Der Junge wird in eher armen Verhältnissen groß.
Nichts ist wichtiger als die Nummer eins, Nummer eins - darunter geht nichts, der Zweite verliert. Dieses Mantra bekam Lang Lang schon in frühester Kindheit eingetrichtert. Im Zuge der Ein-Kind-Politik in China lagen alle Hoffnungen und Träume seiner Eltern auf seinen Schultern. Eine wahrlich große Bürde für einen kleinen Menschen. Besonders der psychische Druck drohte Lang mehrmals zu zerbrechen. Dennoch rappelte er sich immer wieder auf, bis zum Ziel. Doch zu welchem Preis?

1982 geboren, sind Lang Langs Eltern eine Telefonistin und ein Polizist in Shenyang. Schon früh machte sich die Begabung ihres kleinen Jungen am Klavier bemerkbar, bereits mit drei Jahren bekam er Unterricht. Die Comicfiguren Tom und Jerry inspirierten ihn zum Klavierspiel, es beeindruckte ihn, wie virtuos Tom in einer Folge mit den Tasten klimperte und Jerry auf den Saiten herumsprang. Anschließend verbeugten sich beide im Smoking - und der kleine Lang war infiziert. Seine Zukunft war klar, er wollte ein großer Pianist werden. Das viele Üben störte ihn nicht, im Gegenteil, das Klavier wurde sein bester Freund. Nach seinem ersten Wettbewerbsgewinn zog Lang mit seinem Vater nach Peking, um im Konservatorium aufgenommen zu werden. Seine Mutter blieb zuhause, ihr Gehalt brauchten sie zum Überleben. Inzwischen war das Lebensziel seines Vaters klar geworden: Die Überwachung und Förderung seines Sohnes.
Gute Lehrer sind besonders wichtig, in China haben diese Professoren fast die Allmacht. Was sie sagen, wird gemacht.

»Beeindruckende, über Strecken erschütternde Lebensgeschichte eines Wunderkinds.« HörZu/ 18.12.08 »Man liest das Buch gespannt und betroffen, gewinnt einen Einblick in die Welt eines großen Künstlers, der einen bitteren Weg zur Größe durchstehen musste.« WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU/ 19.01.

วันอาทิตย์ที่ 22 มกราคม พ.ศ. 2555

Ein starkes verwundetes Herz - Niki de Saint Phalle: Ein Künstlerleben (HERDER spektrum) So verwundet das Herz auch war, gebrochen hat es niemand



Ein liebevolles Buch..., welches in sehr einfühlsamer Weise das Leben der Schöpferin der NANAS nachzeichnet. Ein Buch, dass uns die Frau Niki de Saint Phalle näherbringt, ihren unermüdlichen Arbeitseifer, ihre Schaffenskraft, ihre starke Ausdruckskraft in ihren Werken. Eine besonere Rolle spielt auch die besondere Arbeits- und Liebesbeziehung zu Jean Tinguely, ihre gemeinsame fruchtbare Zusammenarbeit. Für mich ein sehr wichtiges Buch, um in die Welt der Künstlerin tiefer einzutauchen.
Es bleibt ein Roman...., Stefanie Schroeder zeichnet in ihrem Roman ein sympatisch seichtes Bild von Niki de Saint Phalle ohne die tragischen Erfahrungen aus zublenden. Alles in allem macht das Buch neugierig mehr ueber die Persoehnlichkeit Niki de Saint zu erfahren, da in diesen Buch der dokumentarische Teil stark hinter dem Romancharakter zurueck steht.
So verwundet das Herz auch war, gebrochen hat es niemand, Das Buch "Ein starkes verwundetes Herz - Niki de Saint Phalle" beschreibt sehr eindrucksvoll die verschiedenen Stationen von Nikis Leben.

Zunächst der Ausbruch aus dem Bürgertum und ihrer ersten Ehe, um Kunst zu machen. Die mangelnde Anerkennung, die sie so wütend machte, dass sie noch mehr und besser arbeitete, um schließlich wirklich Großes zu erreichen.

Sehr vielfältig ist ihr Werk. Begonnen mit Reliefbildern, die dann zu Schießbildern wurden, um die zunächst weißen Arbeiten mit Farbe zu bespritzen. Sie brachten ihr den Durchbruch in der Kunstszene.
Spekulation, Nett zu lesen! Das Buch eröffnet zweifellos eine Einsicht in das Leben und die Arbeit und künstlerische Entwicklung von Niki de Saint Phalle, ihren Lebenslauf und die Beziehungen zu den Menschen und Männern, die sie umgaben. Leider begibt sich die Autorin nicht nur zeitweilig, sondern zum großen Teil wilden Spekulationen hin, was Niki gedacht haben mag oder warum sie so oder so entschieden hat. Das hat mit genauer Recherche nicht viel zu tun, es grenzt eher an Märchenerzählerei. Auch Wissenschaft im Kunstbereich kann unterhaltsam geschrieben werden, wem ein einfacheres Niveau genügt und sich nicht selbst über die Werke einer Künstlerin Gedanken machen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Die Schöpferin der „Nanas" - eine erstaunliche Frau, die trotz aller Verwundungen immer wieder Stärke zeigte.

วันศุกร์ที่ 20 มกราคม พ.ศ. 2555

Best of National Geographic: Wo liegt der Himmel auf Erden? National Geographic-Fotografen zeigen ihr persönliches Paradies Prima gelaufen alles bestens



Prima gelaufen alles bestens,

Wo liegt für Menschen, die die ganze Welt gesehen haben, das Paradies? Eine sehr persönliche Frage, die National Geographic seinen Fotografen stellte. So unterschiedlich wie sie selbst waren ihre fotografischen Antworten. Flip Nicklin findet sein Paradies vor Hawaii. Die Wale, die er dort fotografiert hat, sind für ihn mythische Tiere. Sarah Leen lebte für mehrere Monate in Kamtschatka. Sie dokumentierte dort die Menschen, die Rentierherden, die Vulkane und Flüsse. Ihr Foto vom schönsten Fleck der Welt: ein Mann auf einem Pferdeschlitten inmitten einer unendlichen weißen Ebene. Reza fotografierte einen kleinen Jungen in Kapstadt und erinnert daran, dass mehr Menschen in der Hölle als im Himmel leben und dass das wahre Paradies im inneren Frieden liegt. Der Bildband ist die persönliche Liebeserklärung der Fotografen an den wichtigsten Ort in ihrem Leben. In kurzen, manchmal philosophischen Essays erklären sie die Beweggründe für ihr Foto. Das Buch ist emotional, ohne je kitschig zu sein. Die Bilder zeigen nie das Klischee, sondern die Realität: einen Himmel voller Schmetterlinge, Eisschollen in der Nordwestpassage, Nebelschwaden vor Neufundland, den Rücken eines Alligators. Es sind viele Facetten, die den Lieblingsort eines Menschen ausmachen. Manchmal aber kann das Paradies auch in einem kurzen bewegenden Moment bestehen.

วันพฤหัสบดีที่ 19 มกราคม พ.ศ. 2555

Lou Andreas-Salomé und Rilke - eine amour fou (insel taschenbuch) "Bist Du auch fern: ich schau Dich doch an" (Lou-Andreas-Salomé)



Eine Liebe in anderen Zeiten, Wer sich als Leser für eine Biographie entscheidet, sollte eine gewisse Affinität zu der beschriebenen Person haben. Lou Andreas-Salomé ist sicher keiner breiten Leserschaft bekannt, im Gegensatz zu Rilke, dem geliebten oder auch verspottetem Lyriker, der aus einer anderen Welt kam. Gunna Wendt hat sich mit der Zeit und den Zeitgenossen sehr befasst und dabei ist ein erfreulich überschaubares und profundes Werk entstanden. Die ungeheuer emanzipierte Andreas-Salomé nahm sich nur das was ihr gefiel und ging dabei gnadenlos mit ihrer Umgebung um. Männer wurden als Objekte betrachtet und geliebt oder "abgelegt". So war sie verheiratet mit Andreas, dem sie jedoch zur Auflage machte keinerlei intime Beziehung mit ihr haben zu dürfen und daran hielt er sich nach der Überlieferung. Doch unter welchen Schmerzen. So mutet es fast wie Hohn an, dass sie sich für Rainer Maria Rilke entschied, den Hochsensibelen und zu höchster Eitelkeit tendierenden Mann, der so viel jünger war als sie. Wendt beschreibt es trotz aller Unterschiede als eine Art "Seelenverwandtschaft" , kaum zu glauben. Doch es muss in etwa so gewesen sein. Der Erzählstil ist kurzweilig und wechselt zu den unterschiedlichsten Schauplätzen von St.Petersburg bis Worpswede. Längst vergessene Künstler wie Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Paula Modersohn-Becker, aber auch Nietzsche, der ihr zeitweise verfallen war.
Diese Biographie ist lesenwert und scheint manchmal wie aus einer anderen Zeit gefallen, was sie ja wirklich auch ist.
Der Dichter und die Vielgeliebte!, Gunna Wendt ist eine ausgewiesene Kennerin des Fin de Siecle und widmet sich häufig in ihren Biographien und Porträts Künstlerinnen der Jahrhundertwende und ihrer Beziehungen zu Männern und Frauen.

Bereits in Studentenzeiten dachte sie darüber nach, ein Buch über Lou Andreas Salome und Rainer Maria Rilke zu verfassen. Nach Büchern über Franziska von Reventlow sowie Clara Westhoff und Paula Modersohn-Becker - die jeweils die Lebenswege beider Menschen kreuzten - kehrte sie nun zu diesem früh erdachten Projekt zurück.
Sie erfreut die Leser dabei mit einem spannenden und zugleich bemerkenswerten Einblick in das Leben zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die eine besonders innige Liebesbeziehung verband, die jedoch nicht von Dauer war.

Rilke war 20 und Andreas-Salome war 36 Jahre alt, als sie sich kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert begegneten und eine intensive Liebesbeziehung eingingen. Rilke, noch am Anfang seiner Dichterkarriere, sollte später das stets gleiche Beziehungsmuster der totalen Vereinnahmung seiner Partnerin einschließlich einer völligen Abwendung nach gewisser Zeit wiederholen. Bei Lou Andreas-Salome jedoch war dies nicht möglich. Als freier Geist mit klaren Vorstellungen für die Verwirklichung eigener intellektueller Interessen, ließ sie es erst gar nicht so weit kommen und pflegte auch während ihrer Zeit mit Rilke ihre vielfältigen Kontakte.

Gunna Wendt ist nicht nur Chronistin dieser Liebesbeziehung, sie komprimiert auch das Leben Rilkes und Andreas-Salomes bis zum Zeitpunkt ihrer Beziehung.
Lou Andreas Salomes Entwicklung zur Unabhängigkeit und geistigen Freiheit nimmt dabei den größten Teil ihrer biographischen Erzählung ein.
Die Egoistin und der Troubadur, Noch ganz berauscht von einer sagenhaften Lesung der Autorin in München, poetisch perfekt untermalt von Cohen, Nebtrebko und Xavier Nadoo, bin ich sofort nach Hause gestürzt, um das Buch zu lesen: eine Lektüre, die mir ebenso viel Genuss wie Erkenntnis beschert hat. Jetzt verstehe ich viel mehr von der Beziehung zwischen der bekennenden Egoistin - so ziemlich dem einzigen Lebens- und Entwicklungsmodell der Künstlerinnen des fin du siècle- und dem Dichter, der lieben MUSSTE, um dichten zu können.
Gunna Wendt hat dies alles mit Könnerschaft und Anmut bewerkstelligt, das Buch liest sich zeitweise fast wie ein Krimi, so spannend ist es, und man versteht, wieso diese beiden Persönlichkeit eine zwar herrliche, aber nur kurze Liebesbeziehung führen konnten (freundschaftlich blieben sie sich ja lange verbunden).

»Wendt skizziert unspektakulär und in sachlicher Darstellung die Faszination einer geistigen wie physischen Anziehung.

วันพุธที่ 18 มกราคม พ.ศ. 2555

Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?: Auf UN-Mission in Afghanistan Zwischen Pest und Cholera



Zwischen Pest und Cholera, Viele Dinge sind komplex,manche extrem .Afganistan gehört dazu.Wer erfahren will,wie es hinter den Kulissen,auf mehr oder wenig diplomatischem Parkett zugeht,der liegt hier richtig.Manches ist,weil sehr persönlich und wenig gefiltert,amüsant zu lesen,Anderes ist eher schwer auszuhalten.Es entstehen jede Menge ungute Gefühle,Zweifel kommen auf.Haben wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera?
T. Koenigs ist ein unverbesserlicher Optimist,ich nicht ganz.
"Wenn Wirklichkeit auf Diplomatie trifft", Informationen mit Hintergrund, Anregung zur Nachdenklichkeit über das Entstehen und "Verwalten" eines Krisenherds wie Afghanistan sowie selbstkritischer Humor machen die Stärken dieses Buches aus. Wer etwas ohne inhaltliche Aufgeregtheit aber dennoch mit einigem Tiefgang lesen möchte, ist hier an der richtigen Adresse.
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen - was sollen/wollen wir wirklich in Afghanistan ?, In den letzten Jahren sind etliche Bücher erschienen von deutschen Soldaten, die berichtet haben von ihren Erfahrungen beim Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Unterschiedlich haben sie ihre Erfahrungen bewertet. Da gab es Autoren, die immer wieder zu Einsätzen dort hin gingen, andere hatten die Nase voll und kehrten ernüchtert und meist, wenn nicht an Leib, so doch schwer an ihrer Seele verletzt nach Hause zurück, wo sie in der Regel mit Nichtinteresse ihrer früheren Umgebung konfrontiert wurden. Wofür haben wir eigentlich die Köpfe hin gehalten? Diese Frage habe ich in nicht wenigen Büchern so gelesen.

Afghanistan Geschichte von Wiederaufbau und Befriedung oder Beispiel des Scheiterns westlicher Einmischung? Tom Koenigs Aufzeichnungen als höchster UN-Vertreter in den entscheidenden Jahren erlauben einen bisher unbekannten und ungeschönten Blick hinter die Kulissen. Und sie sind eine stilistische Seltenheit: Frisch, witzig, fast literarisch und vollkommen unbefangen. Woche um Woche hält der Sondergesandte Tom Koenigs seine Erlebnisse und Erfahrungen in Afghanistan für sich und seine Freunde fest. Er erzählt von den komplizierten diplomatischen Beziehungen, von westlichen Botschaftern, denen das Hemd näher ist als die Hose, von der problematischen Rolle der Medien, von wilden Autofahrten und hoher Diplomatie im Wüstensandsturm, von seinem Besuch beim König und den Reisen nach New York zu Kofi Annan. Immer wieder beschreibt er das absurde Protokoll, den Prunk und Plunder, seltsame Konstanten trotz der offensichtlichen Zunahme von Gewalt, Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten. Koenigs analysiert die Entwicklungen und stellt bald fest: Jeder getötete Taliban mobilisiert drei neue wie das Gorgonenhaupt. Aber seine Gelassenheit beschützt der Alltag, sein Gesprächspartner Alberto, seine zwölf rumänischen Leibwächter und sein Gärtner, der die beiden Rosenstöcke im Garten pflegt, mit den sechs verschiedenen gepfropften Sorten. Da die Notizen ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, sind sie ganz »undiplomatisch« geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht zurück.

วันอังคารที่ 17 มกราคม พ.ศ. 2555

Das Leben des Friedrich Schiller: Eine Wanderung (insel taschenbuch) Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller



Guter Einstieg, aber leider doch nicht mehr, Im Großen und Ganzen bin ich von diesem Buch eher enttäuscht. Es wirkt wie eine ungeliebte Auftragsarbeit zum 200jährigen Todestag Schillers. Es hätte viele Aspekte in Schillers Leben gegeben, die dem Buch ein wenig mehr Spannung verliehen hätten. So geht Damm beispielsweise kaum auf die Dreiecksbeziehung zwischen Ihm und den Schwestern von Lengefeld ein. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Mich hätte auch interessiert wie es seiner Frau und den 4 Kindern nach Schillers Tod ergangen ist. Welche Laufbahn haben die Kinder eingeschlagen? Dem Buch fehlt ganz einfach Sigrids Herzblut.
Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller, Das Buch gibt in einfühlsamer Weise einen sehr lebendigen Einblick in das Privatleben Schillers und zeigt durch die sehr gründliche Wiedergabe seiner Korrespondenz und schriftlicher Äußerungen von Zeitgenossen die innere Verfassung des Dichters in den verschiedenen Lebensabschnitten. Dadurch wird auch der Zugang zu seinem Werk neu erschlossen. Wer sich mit Schiller beschäftigt, kann auf dieses Buch nicht verzichten.
Schiller in seinen eigenen Worten, Zum Schillerjahr war es für mich eine willkommene Angelegenheit, mich jenseits des Schuldwissens mit dem Leben des Friedrich Schiller zu beschäftigen. Damm hat nicht eine reine Biographie geschrieben, vielmehr ist es ein Rahmen für eine Vielzahl von autobiographischen Schriftstücken Schillers sowie der Zeitgenossen, mit denen er zu tun hatte, Schiller + Co., insbesondere Goethe, in ihren eigenen Worten. Da sie alle gut schreiben konnten (wer, wenn nicht sie?, liest es sich sehr gut. Es gibt einen guten Einblick in die persönliche Situation von Schiller, der einem dabei mit seinen finanziellen Nöten, seiner angeschlagenen Gesundheit, dem rastlosen Schreiben gegen die ablaufende Zeit aufgrund seiner Krankheiten und mit seinem Familiensinn viel näher kommt, als es einem in der Schule etwas dröge, vor allem die Dichterfreundschaft zwischen Goethe und Schiller, geschildert wurde. Gerade die Gegensätze und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden sind spürbar und reizvoll.
Der Schwerpunkt des Buches ist jedoch, wie der Titel schon sagt, das Leben Schillers. Seine Arbeiten an den Werken werden natürlich auch ausführlich dargestellt, es wäre aber für mich z. B. hilfreich gewesen, wenn wenigstens kurz die Inhalte dargestellt werden, denn nicht alle Dramen und Gedichte Schillers hat man im Detail im Kopf und man möchte nicht jedes Mal anderweitig nachschlagen. Wenn z. B. der Herzog bestimmte Passagen in den Werken nicht gefallen, wäre eine ausführlichere Darstellung der kritisierten Stellen durchaus hilfreich gewesen- das Buch wendet sich ja an eine breite Leserschaft. Und wenn z. B. über Spottverse über das "Lied von der Glocke" geschrieben wird, wäre es schön, wenn wenigstens eine kleine Passage zitiert werden würde. So wird man neugierig gemacht, kommt aber kaum an die Information. Ebenso wäre es schön gewesen, wenn nicht nur über die verschiedenen Gemälde, Büsten etc. von Schiller ausführlich geschrieben würde, sondern sie auch abgedruckt wären, denn so kann man kaum nachvollziehen, auf was sich die Autorin bezieht. Gleichfalls hätte es mir gefallen, wenn noch ein kleiner Abschnitt über Schillers Familie nach seinem frühen Tod enthalten gewesen wäre, da sie einem in den Zitaten regelrecht ans Herz wächt und ich gerne mehr erfahren hätte, wie es mit ihnen weiterging.
Jetzt sind meine Kritikpunkte vielleicht etwas lang ausgefallen im Vergleich zu meinem Lob; insgesamt hat mir die Biographie aber sehr gut gefallen und mich z.T.
Schiller begegnen, Was erwartet den Leser, der Sigrid Damms Buch in die Hand nimmt? Eine Lebensbeschreibung des Dichters, so steht es im Titel, aber keine literarische Bewertung und Einordnung. Und was hat es mit dem Untertitel "Eine Wanderung" auf sich? Nach dem Lesen des Buches weiß ich, dass Sigrid Damm mit Schiller gewandert ist, und ich als Leser die beiden begleitet habe.Es ist die Authenzität, die das Buch so außerwöhnlich schön macht. Die Autorin selbst webt in die Lebensbeschreibung des Dichters ihre eigenen Erfahrungen mit Schiller, dem sie lange nur aus großer Distanz begegnete, ob in ihrer Jugend oder Studentenzeit oder in späteren Jahren. Ihr gelingt es dabei, ganz persönlich zu bleiben und dem Leser nicht ihr eigenes Urteil zu oktroyieren. Sehr intim sind allzumal jene Stellen des Buches, in denen die Autorin über ihre Reisen erzählt, die sie während der Arbeit an ihrem Buch machte, an Orte, die mit Schiller direkt und seiner Familie verknüpft sind. Hier erspürt der Leser, wie nahe sie dem Dichter im Laufe ihrer Arbeit gekommen ist.
Die einfühlsame Lebensbeschreibung Schillers erfolgt chronologisch, und wo es für das Verständnis des jeweiligen Ausschnittes notwendig ist, fügt Sigrid Damm zeitliche Rückblenden ein und beleuchtet die Zusammenhänge, gibt Ausblicke auf die Rezeption verschiedener Werke und lässt Menschen zu Wort kommen, die nach seinem Tod über ihn geschrieben und sich mit ihm auseinandergesetzt haben. Authentisch ist diese Lebensbeschreibung, weil Sigrid Damm Schiller persönlich so oft zu Wort kommen und den Leser damit teilhaben lässt an seinem Denken und Fühlen, an seinem Ringen um sein poetisches Programm, an den Kämpfen um Anerkennnung im gesellschaftlichen Leben und als Dichter. Schillers Zeitgenossen treten in einen Dialog ein, indem die Autorin ihnen Platz gibt, ihre mitunter konträren Haltungen und Ansichten zu äußern. Dafür hat sich Sigrid Damm auf die unzähligen Briefe von Schiller und an Schiller als Quelle gestützt und mit großem Gespür und Feingefühl Zitate aus diesen Briefen in ihre biographische Erzählung eingearbeitet.
Vorsichtige Annäherungen, Sigrid Damm, die vielen bekannt sein dürfte als Biografin von Cornelia Goethe und Christiane Vulpius hat sich mit diesem Buch an die Gestalt Friedrich Schillers anzunähern versucht - in der Beshreibung ihres eigenen Kennenlern-Prozesses zeigt sie uns die aus unsäglichen, für heutige Menschen kaum vorstellbare Bedingungen gewachsene Persönlichkeit dieses "großen deutschen Dichters" und wir erleben, wie sich eine neue Welt öffnet......für Sigrid Damm, wie für den Leser.
Herzlichen Damk für diese von großer Sachkenntnis und seh viel Genauigkeit in der Beschreibung der geschichtlichen Zusammenhänge und Gegebenheiten des damaligen Alltags erzählte Begegnung mit dem Menschen Schiller - und für die Begreifbarmachung der überaus mühevollen Entstehungsprozesse seiner Werke; dennoch hätten diese ohne die immer wieder glückhaft erscheinenden wichtigen und hilfreichen Menschen in Schillers Leben nicht zustande kommen können.
hier lernt man goethe lieben, ich finde frau damms biographie leider etwas schwächlich. zu lang sind die passagen, in denen sie sich lediglich zitate anderer bedient, zu sehr tritt sie oft als biographin zurück. um dann wieder unvermutet und manchmal unerträglich gefühlig-subjektiv vermutungen über schiller anzustellen. die erste hälfte habe ich mit viel vergnügen gelesen, der ich sehr wenig über schiller wusste. und die zweite hälfte, die dann eher stilistisch dahindümpelt, macht perfiderweise sehr viel mehr lust auf den grossen freund schillers und den nun mal auch ausgewiesenermassen lieblingsschriftsteller der damm, j.w. von goethe. die beziehung der beiden männer ist durchaus spannend. aber ein bisschen weniger blasse zurückhaltung der biographin und eine eingehendere schilderung und untersuchung des schillerschen werkes hätte ich mir gewünscht.
Pastiches schreibend, Ganz wie Marcel Proust möchte ich mich an einem "Pastiche" versuchen, d. h. meine Rezension im Stil von Frau Damm verfassen. Also los geht's:

Mich Damms Schillerbuch nähernd.
Abwartend. Zürnend. Die Materie umkreisend.
Kaum ganze Sätze.
Partizipien verwendend.
Wichtig vorkommend.
Eindruck kritischer Distanz erweckend. Damit eigenes Unvermögen überspielend.
"Zitierend", der "Stil", aus "Fragmenten" und "einzelnen" "Satzfetzen" Neues "kreieren[d]", dabei "Zitat[e]" verfälschend und "[an]passen[d]".
Zwei Punkte vergebend weil seltsamerweise zu Ende gelesen habend.
Opiumschlummer und Champagnerrausch,
Es war keine Liebe auf den ersten Blick, eher Distanz, die Sigrid Damm anfangs für Friedrich Schiller empfand. Und damit ist sie gewiss nicht allein. Viele tun sich etwas schwer mit diesem Autor. Fehlen ihm doch die Wärme, die zum Beispiel die Gedichte Goethes ausstrahlen, und seine Universalität. In den Dramen allerdings ist er groß - größer als Freund Goethe. Dennoch hat sich die Gothaerin Sigrid Damm, die sich mit Biografien über J. M. R. Lenz und Cornelia Goethe, mit der Arbeit über "Christiane und Goethe" sowie dem Roman "Ich bin nicht Ottilie" einen Namen gemacht hat, auf "eine Wanderung" zu Friedrich Schiller begeben.

Eine Liebeserklärung ist daraus nicht geworden, aber eine Entdeckunsgreise von großer Sachkunde und höchstem Respekt für einen der größten deutschen Dichter. So erschließt sich für den Leser, nicht zuletzt auch durch Sigrid Damms wunderbare Art des Erzählens, dieser Friedrich Schiller, dessen 200.
Hier schreibt eine Autorin, deren Kenntnis des Schillerschen Lebens in eine umfassende Darstellung mündet., Schillers Leben folgt Sigrid Damm im intensiven Dialog mit dem Dichter selbst, begleitet ihn bei seiner Flucht aus Württemberg, beobachtet ihn auf den verschiedenen Etappen, die den Weg vom Stürmer und Dränger bis zum anerkannten Freund Goethes markieren. "Das Leben des Friedrich Schiller - Eine Wanderung" bietet dem Leser die Möglichkeit, die Biographie eines großen Dramatikers, Dichters und Philosophen nachzuvollziehen, detailliert den Werdegang und die Persönlichkeit Schillers zu betrachten.

Hier schreibt eine Autorin, deren Kenntnis des Schillerschen Lebens in eine umfassende Darstellung mündet. Sigrid Damm schaut auf das Leben, auf den Autor wie den Privatmann Friedrich Schiller. Aus dem immensen Fundus der Briefe Schillers bildet sie die Grundlage, entfaltet die Schattierungen einer wechselhaften Karriere, die vom gefeierten Jungautor zum Klassiker der Deutschen führt. Mit sicherer Hand skizziert "Das Leben des Friedrich Schiller" die Stationen Schillers; gerade diese souveräne Beherrschung der biographischen Aspekte macht einerseits Sigrid Damms Buch lesenswert und aufschlussreich, lässt andererseits aber auch die einzige Schwäche entstehen: Das Leben überdeckt hier das Werk. Was den Schriftsteller auszeichnet, was ihn heute noch für uns zugänglich macht, ist und bleibt sein künstlerisches Schaffen. Sigrid Damm vermittelt vorrangig den Dichter, nicht die Dichtung. Es bleibt eine informative und anschauliche Biographie, die allerdings den Kontakt zum Werk etwas weniger hätte scheuen sollen. Wer den Zugang zum Menschen Schiller sucht, wird hier fündig - dem Werk jedoch muss der Interessierte sich selbst zuwenden.
Schlaflos in Jena, Passend zum Schillerjahr erschien Sigrid Damms „Das Leben des Friedrich Schiller", ein Buch das fast immer chronologisch den Lebensweg Schillers nachzeichnet.
Wenn man sich überlegt, dass Schiller als klassischer Stubenhocker ein Leben führte, das ihn von Stuttgart über Mannheim nach Jena bzw. Weimar führte, so muss dieses äußerlich ereignislose Leben in seiner biographischen Darstellung andere Schwerpunkte haben. Wenn man auch sagen kann, dass Sigrid Damm wenig auf die Werke Schillers eingeht, dann kann man ermessen, dass die Biographie hauptsächlich den „privaten" Schiller zeigt. Dies ist der unendliche Vorzug des Werkes, dass sehr kenntnisreich und mit sehr vielen und langen Zitaten aus der Korrespondenz Schillers und seiner Zeitgenossen das tägliche Leben des Schriftstellers nachgezeichnet wird.

Wandernd, wie der Untertitel verheißt, will Sigrid Damm sich ihrem Objekt annähern. Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Die bronzene Klassikerstarre, die Friedrich Schiller anhaftet, versperrt noch heute vielen den Weg zu ihm. Eine neue Form musste her, weder wissenschaftliche Biografie noch biografische Romanform. Wie im Selbstgespräch versunken, gleichsam meditierend, arbeitet die Biografin über die Entstehungsgeschichte seiner Werke einen Dichter heraus, dessen Vita neben der des dionysischen Goethe stets merkwürdig abgedunkelt erscheint. Sigrid Damm schaltet einfach das Licht an. Und schlagartig wird es hell um den Menschen Friedrich Schiller. Die äußere Ereignislosigkeit des biografischen Lebenswegs erstaunt. Stuttgart, Mannheim, Jena, Weimar. So lautet die Simpelstrecke des jungen Stuttgarter Regimentsmedicus, der 1782 am Mannheimer Nationaltheater mit seinen Räubern zum „teutschen Shakespear“ aufstieg, wie die Presse jubelte. Bereiste der spätere Freund und Rivale Goethe südliche Zonen, ließ sich von außen inspirieren und meißelte schon früh an seiner Büste für die Nachwelt, so taugte der Idealist Schiller wenig zum Star und schöpfte einzig aus seinem überreichen Innenleben. Keinen der zahlreichen Handlungsorte seiner Dramen hat er je zu Gesicht bekommen. Wenig weltläufige empfand er sich als „Thier, dem gewiße Organe fehlen“. Durchsetzt von einer wahren Zitatensammlung, fließend eingewoben in den Text, wird eine ganze Epoche lebendig.

วันจันทร์ที่ 16 มกราคม พ.ศ. 2555

Bertolt Brecht: Leben Werk Wirkung (Suhrkamp BasisBiographien)



»Das Buch hat 160 Seiten, ist reich bebildert, umfaßt einen gut lesbaren, sehr informativen und reichlich bebilderten Textteil, eine Zeittafel, eine Bibliographie und ein Register schließen sich an. … Aufschlußreich, zumal Jan Knopf mit diskussionswürdigen Thesen aufwarten kann.« (literaturkritik.de )»Kommunist, Marxist, Materialist? Der Brecht-Forscher Jan Knopf versucht in seiner gerade erschienenen Brecht-Biographie gegen die Einordnungen anzukämpfen, die Brechts Image noch immer bestimmen: Denn der Schriftsteller war geschäftstüchtiger, als viele dachten.

วันอาทิตย์ที่ 15 มกราคม พ.ศ. 2555

Bauhaus-Frauen - Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design Kennen Sie die Arbeiten Gunta Stölzls



Kennen Sie die Arbeiten Gunta Stölzls, Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, Kunst und Handwerk sinnvoll zu verbinden. Ulrike Schüler stellt in ihrem Buch unter Mitarbeit von Ingrid Radewaldt und Sandra Kemker die damaligen Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design vor. Anhand zahlreicher Fotos hat man Gelegenheit, auch einen visuellen Eindruck von den Damen und ihrem kunsthandwerklichen Schaffen zu erhalten.


Im Staatlichen Bauhaus gab es 1919 im ersten Semester mehr weibliche als männliche Studenten und im Rückblick kann konstatiert werden, dass das Bauhaus einen wesentlichen Teil seines innovatorischen Potenzials Frauen zu verdanken hat. Im Buch lernt man Pädagoginnen, Gestalterinnen und Künstlerinnen kennen, die am Bauhaus studierten, lehrten oder als Ehefrau der Baumeister ein eigenständiges Profil entwickelten, aber auch die Ideen und Werke des Bauhaus der Welt zugänglich machten.
Die vergessenen Werke der Bauhaus-Frauen werden gewürdigt und ins rechte Licht gesetzt, Das vorliegende Buch von Ulrike Müller ist eine weitere wichtige Veröffentlichung des Elisabeth Sandmann Verlags mit dem Ziel, bislang eher unbekannt gebliebene Frauen und ihr künstlerisches Werk ans Licht der Öffentlichkeit zu ziehen und ihnen damit den ihnen zukommenden Stellenwert und die entsprechende Würdigung zu geben.

Ging es in dem ebenfalls 2009 erschienenen Buch von Katja Behling um die "Malweiber" um 1900, einer Gruppe von lange verkannten Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in ihrer Gesamtheit künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt haben, aber dennoch von der Kunstgeschichte über eine lange Zeit verkannt und übersehen wurden, befasst sich Ulrike Müller mit den Frauen, die etwa 20 bis 30 Jahre später nach der Gründung des Staatlichen Bauhauses in dessen verschiedene Werkstätten strömten, sich um die Aufnahme einer Ausbildung dort bewarben und von den Bauhaus-Männern, insbesondere von Gropius, sehr argwöhnisch beäugt wurden. Dieser befürchtete nämlich, dass seine Schule mit weiblichem Kunsthandwerk in Verbindung gebracht werden könnte, und versuchte die Frauen in die Weberei abzuschieben.
"Ihr Eindringen in andere Bereiche setzte ein großes Selbstbewusstsein voraus, zudem mussten sie in ihrer Arbeit besser sein als ihre männlichen Kollegen", beschreibt Ulrike Müller eine Situation, die Frauen auch heute noch so erleben.

Und so gerieten die unzähligen Werke dieser Bauhaus -Frauen, Weberinnen, Keramikerinnen, Bühnenbildnerinnen, Architektinnen, Fotografinnen, Möbel- und Metalldesignerinnen in Vergessenheit, Werke von einer außergewöhnlich große künstlerischen Kraft und Qualität.

Ulrike Müller und der Sandmann Verlag haben sie aus der Versenkung hervorgeholt, und sie an den Platz gestellt, der ihnen gebührt.

Nur wenige sind bekannt, darum ist das ein richtig wichtiges Buch, mehr über das Bauhaus und mehr über die weibliche künstlerische Kraft an und in ihm zu erfahren. (weltexpress.info (05.01.

วันเสาร์ที่ 14 มกราคม พ.ศ. 2555

Golo Mann: Biographie Nicht nur für Golo Mann Fans-sehr unterhaltsam



Nicht nur für Golo Mann Fans-sehr unterhaltsam, Eine tolle Biographie! Tilmann Lahme bringt einem Golo Mann (dessen Arbeiten für mich immer eher etwas trocken waren) so richtig nahe und macht ihn für den Leser wirklich lebendig. Der Stil ist erfrischend und mitreißend, so dass auch "nicht so wichtige Zeiten" wie zB die Schulzeit einfach unterhaltsam zu lesen sind. Auch für nicht eingefleischte Golo Mann Fans ist das ein interessantes und packendes Buch. Ein wenig soillte man sich aber schon für "die Manns" interessieren, sonst ginge zuviel, was das Leben Golo Manns eben auch ausmacht, ins Leere.
Der gute Golo!, Über Golo Mann "gestolpert" bin ich durch Heinrich Breloers "Die Manns". Golos schafsinnige Bemerkungen über seine Familie, besondern natürlich über seinen Vater, zeigten deutlich, wie schwer er mit dieser Vaterfigur zu kämpfen hatte und wie wenig ihm bewusst war, dass er der Einzige der Mann-Kinder war, dem es gelungen war aus dem Schatten dieses Übervaters herauszutreten und Anerkennung zu finden mit etwas ganz Eigenem.
Aber der Familiendämon saß ihm sein ganzen Leben im Nacken und dies beschreibt Tilmann Lahme sehr eindrücklich und manchmal mit einem deutlichen Unterton von Mitleid.

Golo nahm den Platz in der Familie ein, der ihm durch sein Naturel vorbestimmt war. Nicht brillant und schillernd wie seine beiden älteren Geschwister, aber sehr intelligent, verlässlich und bei Bedarf unsichtbar - Lahmes zitierte Tagebucheintragungen oder Briefe lassen ein wahrlich gruseliges Bild des mannschen Familienlebens aufkommen.

Der Nationalsozialismus und die daraus resultierende Emigration war eine Wunde, die niemals verheilte. Golo Mann hielt nach mehreren gescheiterten Versuchen räumlichen Abstand zu Deutschland, schrieb aber über sein Land und engagierte sich in der Politik. Festlegen auf eine Richtung ließ er sich nie, stand mit seinen Ansichten oft allein oder war seiner Zeit voraus, manchmal allerdings überschaute er nicht die Konsequenzen seines öffentlichen Einsatzes. (Franz-Josef Strauss).

Menschlich gesehen zeichnet Lahme das Bild eines Menschen, dessen Einsamkeit greifbar ist, der trotz vieler Freunde und Kontakte niemals das Gefühl von Geborgenheit erfahren hatte. Seiner Familie blieb Golo auf eine für Außenstehende wohl unverständliche Weise treu. Stütze für Erika, zu der das Verhältnis sehr schlecht war, Gesellschafter für die Mutter, die das Haus der Familie in Kilchberg in ein Museum verwandelte, später im Alter noch das Zusammenleben mit der ungeliebten Schwester Monika. Er musst gewusst haben, dass es ihm zu Lebzeiten niemals gelingen würde, Distanz zu seiner Familie aufzubauen.
" Etwas wollen, heisst freilich auch: auf der Hut sein gegen das, was man nicht will." ( Golo Mann), Der Autor des vorliegenden Buches Dr. Tillmann Lahme lebt als Historiker und Journalist in Göttingen. Er hat mit seiner Golo-Mann-Biographie ein betont faktenreiches Buch vorgelegt, das in fünf große Abschnitte eingeteilt ist, die ich mir an dieser Stelle zu nennen erlaube: Eine deutsche Jugend 1909-1933; II: In der Emigration 1933-1945; III: Zögerliche Rückkehr 1946-1958; IV Auf und ab; " I am getting important" 1959-1971; V: Späte Jahre: " Der Pfeil in meinem Köcher " 1971-1994.

Obschon ich Golo Manns berühmtes Werk " Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts " bereits als 17 jährige mit großer Begeisterung las, habe ich mich mit dem Autor selbst bislang nie näher befasst.

Golo Mann - berühmter Sohn, Emigrant, Gelehrter und scharfsinniger Analytiker im politischen Spannungsfeld zweier Kontinente. Zu Beginn des krisengeschüttelten 20. Jahrhunderts hineingeboren in eine der prominentesten Familien dieser Zeit, aufgewachsen in der Weimarer Republik, war er ein früher Kritiker des Nationalsozialismus. Die Emigration führte ihn über Frankreich und die Schweiz in die USA. Nach seiner zögerlichen Rückkehr nach Europa folgte mit dem »Wallenstein« und der »Deutschen Geschichte« die späte Anerkennung des Historikers, der sich bis zu seinem Tod 1994 kontrovers und unabhängig in die Geschicke der Bundesrepublik einmischte.

วันศุกร์ที่ 13 มกราคม พ.ศ. 2555

Modotti: Eine Frau des 20. Jahrhunderts



Als Fotografin wird sie von Madonna verehrt und zu Höchstpreisen gehandelt. Als Schauspielerin stieg sie zum Star des Hollywood-Stummfilms auf. Als Revolutionärin spionierte sie für die Komintern. Tina Modotti war Geliebte und Muse von Künstlern wie Edward Weston und Diego Riviera, Freundin von Frida Kahlo, John Dos Passos und Anna Seghers. Ángel de la Calles preisgekrönte Graphic Novel über das Leben dieser Wegbereiterin der Emanzipation eröffnet zugleich ein dichtes Panorama der politischen Brüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

วันพฤหัสบดีที่ 12 มกราคม พ.ศ. 2555

Weisheit: 50 Porträts. Bildband zur Portrait-Fotografie Bestens



mehr als Unterhaltung, Mit ausdruckstarken, großformatigen und unretuschierten Bildern untermalt, stellt Zuckerman nicht nur die Gesichter 50 Prominenter in ihrer Altersschönheit vor, sondern gibt durch Interviews Einblicke zu dem Thema der Arbeit - Weisheit. Die dargestellten Prominenten geben ganz eigene Einblicke in ihre Lebensgeschichten und ihre ganz eigene Interpretation von Weisheit, deren Mitschnitte auch in der beigefügten DVD zusammengefügt sind. Ein toll gemachter Bild-Band, der auf solch ansprechende Weise das Konstrukt der Weisheit einem breitem Publikum zugänglich macht...
Anders als erwartet., Als ich die Werbung und die Rezensionen dieses Bildbandes las habe ich mehr erwartet. Viel wurde ja in die Gesichter hininterpretiert. Was wohl wie zu bedeuten hat. Ich ehrlich gesagt sehe da nicht viel, als wirklich gut abgelichtete unretuschierte Stars.
Dennoch sollte man die Qualität des Bildbandes loben, nicht nur die Qualität des Einbands und der Papier, sondern natürlich auch der Fotos selbst.
Weisheit, Ein Buch mit dem Titel Weisheit fällt auf, nicht allein wegen des großen Formats, sondern vor allem weil das Thema in Zeiten von Jugendkult und Schnelllebigkeit, Informationsüberflutung und medialer Zerstreuung ein Signal setzt. Weisheit assoziieren wir mit Alter und Lebenserfahrung, Wissen und Gelassenheit. Dem Fotografen Andrew Zuckerman und dem Produzenten Alex Vlack geht es jedoch nicht um die philosophische Frage, was Weisheit ist, sondern um die ganz persönliche Weisheit fünfzig bekannter Menschen aus Medien, Politik und Kunst. Alle Porträtierten haben die Lebensmitte überschritten, sind zwischen 1917 und 1943 geboren. Ihre Porträts zeigen die Verbindung von Lebenserfahrung und Lebenseinstellung in Wort und Bild.

Gesichter

Die Fotos sind ausdrucksstarke Annäherungen an die Persönlichkeit der Menschen und die Würde des Alters. Sie spiegeln nicht allein die Spuren gelebten Lebens, sondern sind Charakterdarstellungen. Es gibt weder Kulisse noch Bildhintergrund, sondern allein die schlichte Konzentration auf den Gesichtsausdruck vor weißer Leinwand. Freude und Leid, Verschmitztes und Ernsthaftes, Nachdenkliches und Gelassenes werden dabei sichtbar.

Quintessenz gesammelter Lebenserfahrungen

Die Porträtierten verdichten auf knappem Raum, was ihnen wichtig war und ist. So relativiert der Schauspieler Clint Eastwood das eigene Ego, wenn er sagt: Die Welt ist ein Zirkus, in dem wir nur bis zu einem gewissen Grad zählen." Die Schimpansenexpertin und Umweltschützerin Jane Goodall betont dagegen die Weisheit der indigenen Völker, die bei ihren Entscheidungen die möglichen Folgen für künftige Generationen bedachten", was auch ihrem Lebensmotto entspricht.

Doch Menschen wie Nelson Mandela und Desmond Tutu oder Vanessa Redgrave und Nadine Gordimer sind nicht automatisch mit dem Älterwerden weise geworden. Vielmehr sind sie durch Krisen gegangen und haben sich mit zentralen Fragen des Lebens befasst. Erst durch diese Auseinandersetzung haben sie zu ihrer persönlichen Weisheit gefunden. Lektüre und DVD der Live-Mitschnitte der Interviews geben einem den Eindruck, kurz bei Prominenten zu Gast zu sein.
Viel Geld für wenig Weisheit, Die Erwartungen, die durch den voluminösen Werbeauftritt erzeugt werden, können nicht im Ansatz erfüllt werden. Der Buchtitel führt in die Irre, denn nicht nur die Auswahl der Personen, sondern vor allem die mehrheitlichen Texte (ganz wenige ausgeschlossen) erfüllen in keiner Weise den Anspruch an ein derartiges Werk. Gute Fotos, aber nicht besonders. Hier versteht es ein Fotograf mit Marketing, dem Eskimo den Kühlschrank zu verkaufen. Nicht kaufenswert. Überteuert. Titel falsch gewählt.
Tolles Buch, Das Buch enthält wirklich schöne Fotografien.
Auch die Texte sind weitestgehend originell.
Also für intellektuelle Bücherratten und Menschen die sich von Trivialliteratur etwas entfernen wollen durchaus zu empfehlen.

Auf allen gesellschaftlichen Ebenen wächst heute das Ansehen älterer Menschen. Wir erholen uns langsam von einem überall dominierenden Jugendkult und erkennen, welche besonderen Botschaften wir von Menschen mit Lebenserfahrung zu erwarten haben. Der junge Fotograf Andrew Zuckermann hat 50 internationale Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Kunst in einem Studio ohne ablenkende Details fotografiert. Ganz nah geht er an die Gesichter heran, retuschiert keine Falten und bringt dabei dennoch eine Schönheit ans Licht, die durch Erfahrungen, Glück und Leid erworben wurde. Zu den großen Fragen nach Liebe, Erfolg, Glück und Tod äußern sich diese Menschen vor dem Hintergrund ihrer beeindruckenden Lebensgeschichten und vermitteln uns ihre persönliche Weisheit. Dem Band liegt eine DVD bei, die unmittelbar aus den Live-Mitschnitten der Gespräche entstanden ist.

วันพุธที่ 11 มกราคม พ.ศ. 2555

Mein Herz - Niemandem: Das Leben der Else Lasker-Schüler Tolles Gaerät für wenig Geld!!



Ganz hier und ganz im Nirgendwo, "Sie ist eine Weltenerfinderin, eine Weltenschöpferin, eine Eigenweltenbewohnerin, auch - darin liegen ihr Glück und ihre Tragik zugleich - eine Eigenweltinhaftierte. Für jeden Anderen mögen diese Worte zu groß sein, für Else Lasker-Schüler sind sie gerade groß genug." Kerstin Decker, die bereits mit Paula Modersohn-Becker und Heinrich Heine erstklassige Künstler-Biografien vorgelegt hat, ist erneut ein großer Wurf gelungen.
Lasker-Schülers Gedichte muss man einfach lesen, Dies ist die erste Biografie die ich über Lasker-Schüler lese und kann nicht aufhören.
Die Gedichte sind aus einer anderen Welt, gemalt, wie Rosen eines frühen Morgens, wie Tage des Honiglichts, tanzende Trauer in Balance zwischen Kommen und Gehen, das alte Lied des Wassers. Die Gedichte sind wie die Wiegenlieder einsamer Nächte - trotz Erotik, trotz Sinnlichkeit.

Lasker-Schülers Briefe verwirren mich. Da blitzt oftmals das Chaos durch, die Not des Sagen, wie die Autorin so wunderbar schreibt. Ich würde vielleicht sagen, die Not des Sagenmüssens. Manchmal machen die Worte wirklich einen Bogen um die einzig relevante Frage: Bist du wie ich?
In vielem habe ich mich wiedergefunden.
Ein sehr gutes Buch für all die, die Lyrik und Poesie lieben.
Gefühl und Genius, Das Leben der Else Lasker-Schüler ist ein kompromissloses: Gefühl und Genius, gelebt in der Totale. Wenngleich die vorliegende Biografie den Topos der "Dichterin" arg strapaziert und sich sehr auf das Emotionale beschränkt, gelingt es ihr doch, wesentlichen Lebenslinien nachzuspüren: der Kinderseele, dem mehrfachen Heimatverlust, dem Prinzip des Flüssigwerdens. Dass eine Biografie der Chronologie nicht immer streng folgen kann und schon gar nicht muss, weiß, wer neugierig darauf ist, das grundlegende Muster des Dicherinnenlebens durch die biografische Erzählung hindurch zu erkennen. Dieses Buch macht das dem neugierigen Leser nicht leicht; der pseudoexpressionistische Stil, mit dem die Biografin sich der Biografierten annähert, irritiert dabei ebenso wie die zahlreichen Seitenhiebe gegen die germanistische Lasker-Schüler-Forschung. Dies mag eine Sympathiebekundung mit dem antiakademischen Duktus Else Lasker-Schülers sein. Bei einer Biografin, deren Arbeitsgrundlage alleine eine kritische Werkausgabe darstellt, die auf der minutiösen Detailarbeit in Archiven und Nachlässen beruht, welche ihr somit von den geschmähten Germanisten abgenommen wurde, wirken die mehrfachen Ausfälle jedoch wahrhaft überzogen. Was nach der Lektüre bleibt, ist die Faszination von einer Dichterin, die sich das Traumreich einer Lebenswelt zu schaffen und gegen alle von Zeit und Raum bestimmten Widrigkeiten verteidigen vermochte, bis zum letzten Atemzug.

»Eine aus großer Anteilnahme heraus geschriebene Lebensgeschichte, die den Vorzug hat, eine Figur in ihrer Zeit lebendig werden zu lassen.«Jörg Magenau, Süddeutsche Zeitung, 11.8.2010 »Kerstin Decker hingegen spricht kein Urteil über ihre Protagonistin. Am Anfang ihres Buches steht das Motto Biographie ist radikale Vergegenwärtigung. Das hat Decker eingelöst – mit einer emotionalen, teilweise szenischen und assoziativen Sprache, die es dem Leser nicht leicht macht, sondern ihn herausfordert. So sehr, dass man am Ende des Buches eigentlich wieder von vorn beginnen will.« Deutschlandradio Kultur, Marcus Weber, 23.11.09 »Kerstin Deckers neue Biografie über Else Lasker-Schüler ist in ihrer Perspektive wirklich neu. Sie macht keinen Versuch der Vermittlung, sie übersetzt dieses Leben nicht in Begriff unseres Alltag, um es dem Normalverbraucher näher zu bringen. Sie nimmt die Dichterin ganz ernst, lässt sie in ihrer Eigenwilligkeit stehen, folgt ihr in die Einsamkeit ihres Schneckenhauses. Kerstin Decker zeigt uns die Welt durch Else Lasker-Schülers Augen, und sie nimmt die Dichterin beim Wort. Ihre Biografie ist parteiisch, und das ist gut so.« Die Welt, Jakob Hessin, 12.12.

วันอังคารที่ 10 มกราคม พ.ศ. 2555

Über kurz oder lang: Erinnerungen an Erich Fried Guter zu gutem Preis



Zeitdokument einer ungewöhnlichen Ehe,
Schon das Titelbild zeigt ein ungewöhnliches Paar: sie ist groß und schlank, er dagegen sieht klein und hässlich neben ihr aus. Sie nennt ihn Froschkönig!

Catherine Fried kommt 1965 als junge Frau nach Wien, wo sie Erich Fried, dem damals schon recht bekannten jüdischen Dichter, Essayisten und Übersetzer, vorgestellt wird. Er ist ein untersetzter, dicklicher und unansehnlicher Mann. Erich Fried ist in Gedanken, redet mit seinem Freund Georg Eisler über Politik und nimmt kaum Notiz von der jungen Dame. Dennoch hat er sie aus den Augenwinkeln wahrgenommen. In London, wo sie sich wieder sehen, beginnt Mitte der sechziger Jahre zwischen den beiden eine einmalige und gewiss auch eine der aufregendsten Beziehungen in Künstlerkreisen. Catherine Boswell ist 29 Jahre alt, Erich Fried ist 15 Jahre älter und hat bereits zwei Ehen hinter sich.

Catherine schildert mit innerer Distanz und ausgeprägtem Sinn für die skurrilen Eigenheiten ihres zukünftigen Ehemannes ihr beginnendes Zusammenleben. Er wirbt unverdrossen um sie, und sie lässt sich endlich 1965 auf eine Ehe ein, die nur mit einem hohen Maß an Toleranz zu bewältigen ist. Sie bekommen zu den drei schon vorhandenen Kindern aus seinen verflossenen Ehen, die teilweise auch bei ihnen wohnen, noch drei weitere Kinder. An den Kindern hängt Fried närrisch, und auch seine ehemaligen Frauen gehören zum Tross der Menschen, die sein Leben und seine Häuser bevölkern. Die 68 ziger Jahre mit den revolutionären politischen Entwürfen zur gesellschaftlichen Veränderung hielten ausdrücklich auch in ihrem Hause Einzug. So finden sich immer häufiger Gäste und auch Schmarotzer bei dem Paar ein.
Erinnerungen an einen Poeten und Menschen voller Widersprüchlichkeit - Erich Frieds Witwe erzählt aus einem politischen Leben, Zwanzig Jahre ist es her, dass der Dichter gestorben ist, aus dessen Feder die erfolgreichsten sowohl politischen als auch romantischen Gedichte der deutschen Nachkriegszeit entstanden sind. Erich Fried starb 1988 und hinterließ nicht nur Tausende von Gedichten, gute und auch schlechte, sondern auch eine Frau.
ungewöhnlicher einblick in ungewöhnliche ehe, Als ehemals große Verehrerin von Erich Frieds Gedichten, hat mir dieses Büchlein sehr interressante und aufschlussreiche Einblicke in den Mann Erich Fried und sein Leben ermöglicht. Catherine Fried schreibt ausgesprochen kurzweilig und humorvoll, - einfach total nett zu lesen! Ich habe immer wieder nur gestaunt und geschmunzelt, was für eine eigenwillige Person Erich Freid gewesen sein muß, wie ungewöhnlich sein Familien- und Eheleben verlief und wie tolerant eine Frau sein muss, die 25Jahre mit ihm verheiratet geblieben ist und noch viel später erst diese liebevollen, rückblickenden Erzählungen verfasst hat.
Wunderbares Buch, Vor kurzem las ich die Autobiografie von Erich Fried "Mitunter auch Lachen". Dieses Buch gefiel mir sehr und ich war neugierig auf die Erinnerungen von Frieds dritter Ehefrau, Catherine Boswell, an die gemeinsame Zeit mit Fried bis zu dessen relativ frühen Tod im Jahre 1988.

Ein wunderbares Buch. Es wirkt ehrlich, ungeschönt. Vor allem der erste Teil ist so geschrieben, dass man oft den Kopf schüttelt, manchmal auch herzhaft lacht. Eine Mäusefamilie, von Erich Fried gehätschelt, zieht andere Tiere magisch an..., der Haushalt ist immer etwas am Rande des Chaos.

Ein liebevolles und treffendes Bild Erich Frieds als Ehemann und Vater und zugleich ein heiteres Portrait der Zeit, vor allem der verwickelten siebziger Jahre.

วันจันทร์ที่ 9 มกราคม พ.ศ. 2555

Lou Andreas-Salomé: Leben, Persönlichkeit, Werk. Eine Biographie (insel taschenbuch) gut



Begegnung mit menschlicher Groesse, Beim ersten Lesen vor etwa zehn Jahren war ich noch nicht fuer dieses Buch, fuer diese Frau und die sich durch sie vermittelnde Weisheit bereit. Als mir das Buch nunmehr wieder in die Haende kam und ich darin blaetterte, geriet ich gleich in den Bann der Lou Andreas-Salome, jener grossen Denkerin, Schriftstellerin, Analytikerin und nicht zuletzt Gefaehrtin, Freundin und Geliebten vieler grosser Maenner ihrer Zeit. Cordula Koepcke zeichnet in seelenbalsamartigem Deutsch den Weg, vor allem den inneren Weg, dieses unbeirrbar freien Geistes nach und laesst dabei langsam ein Bild von Lou Andreas-Salome entstehen, das immer komplexer und unwirklicher wird, denn es wird zunehmend schwerer, sie mit irgendeiner anderen bekannten oder unbekannten, lebenden oder toten Frau zu vergleichen. Wer kann sich schon einen Menschen von einer solchen Intelligenz und Unabhaengigkeit vorstellen, mit derartigem Tiefsinn, kreativem und spirituellem Gespuer, mit so viel Sinn fuer geistige Hoehen und psychische Niederungen, der noch dazu von seelischer Gesundheit nur so strotzte und von anderen Zeitgenossen immer wieder als Ausgeburt der Herzlichkeit und Bescheidenheit, der Lebensfreude und des Mitgefuehls bezeichnet wurde? Es verlangt nicht wenig vom Leser, sich auf eine derartige Ansammlung herausragender Eigenschaften einzulassen und den dargestellten Charakter in der eigenen Vorstellungswelt mitentstehen zu lassen. Viel leichter ist es, die Echtheit einer solchen Persoenlichkeit anzuzweifeln oder ihr aufgrund mangelndem Herzleids Egoismus anzukreiden. Wenn man sich aber doch ein bisschen auf diese Frau einlaesst, mag es durchaus sein, dass mancher sogar ganz froh ist, so einem Menschen nie begegnet zu sein, nicht nur, weil dies eine ganz ungewoehnliche und sicherlich nicht nur angenehme Herausforderung bedeutet haette, sondern vielleicht auch, weil das Wissen um die schiere Existenz eines solchen Menschen die Ueberpruefung eigener Grundkonzepte verlangt haette. Mich zwang dieses Buch jedenfalls dazu, den Gedanken aufzugeben, dass ein Mangel an menschlicher Schwaeche eine Charakterschwaeche sein muss.
Bester Roman über Lou Andreas-Salomé, Von Ein Kunde
Das Buch von C. Koepcke ist in meinen Augen die beste und auch die umfangreichste Biographie. Leider werden Fakten nicht immer durch Anmerkungen fundiert und Bezüge zu anderen Autoren sind nicht immer stimmig. Die zu H.F. Peters unterschiedliche Schilderung der Lebenssituation LAS in Göttingen: Die Interpretation mit der Wildente ist mir nicht schlüssig genug, so liest sich die Biographie wie ein Roman und sollte dem Leser auch als dieses bewusst sein. Gut ist das hier der gesamte Lebenslauf behandelt wird und nicht nach 1911 gestorben wird. Die Einschätzungen der Persönlichkeit Lou Andreas-Salomés sind sinnig und ermöglichen einen viel tieferen Einblick als bei anderer Literatur.
Die Welt wird größer durch dieses Buch., Von Ein Kunde
Ein Buch für Frauen, die suchen. Suchen nach eigener Stärke, unabhängig von dem Außen. Suchen nach Gleichgesinnten. C.Koepcke, selbst sichtlich beeindruckt von der Person Lou Salome, malt recht objektiv das Bild einer herausragenden Persönlichkeit. Lou Salome, eine Frau, so sehr bei sich und unabhängig von ihrer Umgebung, so sehr auch ihrer Zeit voraus. Sie bezaubert durch ihr Wesen und Intellekt Menschen wie Nietzsche, Freud, geht ein Stück mit Rilke ihren Weg und gibt sich nie auf. Ein echtes power-Buch, das Lust auf viel viel mehr macht.
nicht so doll, Von Ein Kunde
Das Buch ist so geschrieben, als wäre es um die Jahrhundertwende entstanden. Wahrscheinlich mit der Intention, die Zeit in der die beschriebene Frau lebte, wieder auferstehen zu lassen. Hm, auf mich hat das Buch sehr langweilig gewirkt zum Einen vom Schreibstil und zum Anderen vom Inhalt, d.h.

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วันอาทิตย์ที่ 8 มกราคม พ.ศ. 2555

Meine gute alte Zeit Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis



Wer hätte das gedacht?, Ich hatte mir Agatha Christie anders vorgestellt - langweiliger. Sie hatte ein Leben und Ansichten, die mich wie auch immer überraschten und man bekommt auch einen interessanten Einblick in die viktorianische Zeit (und sogar in die Geschichte der Archäologie, der Bildung und der Medizin sowie einiger Reisen/Städte usw, das ganze Lebensspektrum eben). Eigenwillig geschrieben, aber das passt ja zu einer eigenwilligen und sehr mutigen Frau.
Wunderbar!, Im Jahre 1965, in Nimrud / Irak, bringt Agatha Christie ihr Leben auf einer ihrer vielen Reisen zu Papier. Es ist eine wunderbare Vorstellung, wie Agatha Christie, in einem kleinen Anbau aus Lehmziegeln sitzt und schreibt, während ihr zweiter Ehemann, Max Mallowan, mit seinen archäologischen Grabungen beschäftigt ist.
Diese Autobiografie ist in weiten Teilen chronologisch abgefasst (mit vielen kleinen Abweichungen) und beginnt demzufolge mit A.C.s. Kindheit. Das besondere an ihren Kindheitserinnerungen ist, dass sie mir seltsam 'modern' vorkamen. Immerhin, A.C. wurde im Jahre 1890 geboren, ihre Kindheit ist also über 100 Jahre her. Das Verhältnis ihrer Eltern untereinander wird sehr liebevoll geschildert, die viktorianische Großmutter ein wenig kompliziert, aber nicht weniger sympathisch.
Das Reisen nimmt schon früh einen großen Stellenwert in Klein-Agathas Leben ein, es ist in ihrer Familie üblich, das eigene Wohnhaus incl. der Bediensteten über die Sommermonate zu vermieten und auf Reisen zu gehen. Auf diesem Wege hat A.C. z. B. Frankreich kennen gelernt und später, allein mit ihrer Mutter, auch Ägypten.
Aus unserer heutigen Sicht scheint die Familie Christie sehr wohlhabend zu sein, allerdings schreibt A.C., dass dem nicht so war, da die Familie maximal 3 Dienstboten beschäftigt hatte und keine eigenen Pferde besaß, ganz zu schweigen von einem Auto, die damals nur vereinzelt auf den Straßen anzutreffen waren.
Auffallend ist auch, dass A.C. anscheinend niemals eine Schule besucht hat. Ihre Mutter fand es unnötig. Französisch lernte sie von ihrem Kindermädchen, sie bekam Klavierunterricht und war ansonsten vogelfrei. Im Alter von ca. 12 Jahren besucht Agatha erstmals für ca. zwei Jahre eine Schule, da ihre spontane Mutter auf die Idee kommt, ihrer jüngsten Tochter könnte etwas Erziehung gut tun. Ihre ältere Schwester und ihr älterer Bruder haben übrigens beide eine Schule besucht.

Erst als Agatha älter wird, als Teenager, junge Frau, als sie ihren ersten Ehemann Archibald Christie kennen lernt, bekommt man auch gefühlsmäßig mit, dass A.Cs. Lebenserinnerungen doch eine andere Zeit betreffen.
Es wird oft behauptet, dass A.C. ein sehr konventioneller Mensch war, doch dem kann ich nur bedingt zustimmen. Ich habe A. C.
Ein MUSS für jeden Christie-Fan!!!, WAS für eine Schriftstellerin, WAS für ein Leben!

Jeder der auch nur eins der Bücher von Agatha Christie gelesen hat, wird der unverkennbare und unvergleichliche Schreibstil aufgefallen sein. Sie schreibt immer unglaublich gewitzt, spannend und lässt in jeder Zeile durchblicken was für eine enorme Beobachtungsgabe und Gefühl für Charaktere sie hat.

Auch ihre Biographie hat sie mit genau dem Charme und Esprit geschrieben.
Sie gibt dabei viel Preis von sich und man hat von der ersten Seite bis zur letzten nicht eine Sekunde das Gefühl ein Buch zu lesen.Nein, es ist eher, als ob man sich mit der "Queen auf Crime" persönlich zum Tee getroffen hätte und sie einem ihre ganze Lebensgeschichte persönlich erzählen würde.

Dem Leser wird beim lesen dieses Buches bald klar, wieviele der berühmt berüchtigten Charaktere und Vorlagen für Mörder, Opfer und auch Kulisse sie sich aus dem eigenen Leben entnommen hat.
Christie erwähnt selbst, dass sie beispielsweisse sogar von Personen selbst gebeten wurde als Vorlage benutzt zu werden. Wie beispielsweise der "Colonel" in dem Buch "Der Mann im braunen Anzug".

Des weiteren ist es intressant zu erfahren, wie es dazu kam, dass das Talent Christies entdeckt wurde, wie und wann sie welche Bücher geschrieben hat.

Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Es war schön zu erfahren, welche Persönlichkeit hinter der großen Dame Christie gesteckt hat, wie ihre Kindheit war, wie ihr Leben verlaufen ist. Es war überraschend zu erfahren, wie scheu sie gewesen ist, wenn es um ihre Arbeit ging und wie lange sie sich selbst gesträubt hat, sich überhaupt als Schriftstellerin zu bezeichnen.

Dieses Buch gibt aber auch einen guten Einblick in die damalige Zeit in England und deshalb auch ein Gefühl dafür,wie die Geschichten die sie geschrieben hat von all dem geprägt wurden.

Nach dem lesen dieses Buches bin ich nicht nur mehr ein Fan der Werke Christies,sondern auch von ihr selbst. Sie hat wahrlich unglaubliches Talent gehabt und ich ich bin sehr froh, dass sie dies auch oft und lange genutzt hat!

Jedem Christie-Fan kann ICH nur sagen: LESEN,LESEN,LESEN!

Und noch ein Tipp:
Danach auch noch "Erinnerung an glückliche Tage: Aus meinem Leben" in Angriff nehmen.
dieses buch ist bezaubernd und fesselnd zugleich, Von Ein Kunde
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen.
Wie ein Roman!, In dieser Autobiographie beschreibt Agatha Christie nicht nur ihr - teilweise - hochinteressantes Leben, es ist auch gleichzeitig ein wunderbares Abbild der damaligen Zeit.
Unglaublich lebendig erzähltes Lebensabendteuer, Von Ein Kunde
Ich muss gestehen, ich habe dieses dicke Buch (528 Seiten) in der Mitte angefangen zu lesen. Mich hat interessiert, wie Agatha Christie zu einer so großen Schriftstellerin wurde. Ihre Kindheit fand ich zuerst nicht so interessant. Aber das war ein schwerer Fehler. Dieses Buch ist eine unendliche Ansammlung von Anekdoten. Witzig, traurig, interessant, ein unglaublich intensives Lesevergnügen. Niemand muss sich bei diesem Buch durch elendich langweilige Kindheitserinnerungen quälen, nein, man bekommt einfach nicht genug davon. Nebenbei gibt es Tipps zum Schreiben, eine (ehrlich) schockierende Abhandlung über die Todesstrafe, zwei Ehemänner zwischen England und Ägypten, unendlich viele Reisen, Liebe, Hass, Enttäuschungen und jede Menge - Häuser.
Sie war die Größte, Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für alle Christie-Fans. Es liest sich wie ein Roman, ist unglaublich spannend und kenntnisreich geschrieben. Eine Lektüre, die man im Abstand von ein paar Jahren, immer wieder zur Hand nehmen kann, denn kaum jemand hat sich so gewitzt, mit so viel Humor und Tapferkeit durch ein nicht immer leichtes Leben geschlagen wie Agatha.

»Da sind wir also alle, die kleine Agatha Miller, die große Agatha Miller, Agatha Christie und Agatha Mallowan; wir gehen unseren Weg wohin? Das weiß man nicht und naürlich ist es gerade das, was unser Leben so spannend macht. Ich habedas Leben immer spannend gefunden. Teil zu sein von etwas, das man überhaupt nicht versteht, ist, so meine ich einer der faszinierendsten Aspekte des Lebens. Ich lebe gern: ich bin manchmal völlig verzweifelt, fürchterlich unglücklich und von Leid gequält gewesen, aber ich habe dennoch immer das sichere Gefühl gehabt, daß schon allein am Leben zu sein eine großartige Sache ist.