วันจันทร์ที่ 16 มกราคม พ.ศ. 2555

Bertolt Brecht: Leben Werk Wirkung (Suhrkamp BasisBiographien)



»Das Buch hat 160 Seiten, ist reich bebildert, umfaßt einen gut lesbaren, sehr informativen und reichlich bebilderten Textteil, eine Zeittafel, eine Bibliographie und ein Register schließen sich an. … Aufschlußreich, zumal Jan Knopf mit diskussionswürdigen Thesen aufwarten kann.« (literaturkritik.de )»Kommunist, Marxist, Materialist? Der Brecht-Forscher Jan Knopf versucht in seiner gerade erschienenen Brecht-Biographie gegen die Einordnungen anzukämpfen, die Brechts Image noch immer bestimmen: Denn der Schriftsteller war geschäftstüchtiger, als viele dachten.

วันอาทิตย์ที่ 15 มกราคม พ.ศ. 2555

Bauhaus-Frauen - Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design Kennen Sie die Arbeiten Gunta Stölzls



Kennen Sie die Arbeiten Gunta Stölzls, Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, Kunst und Handwerk sinnvoll zu verbinden. Ulrike Schüler stellt in ihrem Buch unter Mitarbeit von Ingrid Radewaldt und Sandra Kemker die damaligen Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design vor. Anhand zahlreicher Fotos hat man Gelegenheit, auch einen visuellen Eindruck von den Damen und ihrem kunsthandwerklichen Schaffen zu erhalten.


Im Staatlichen Bauhaus gab es 1919 im ersten Semester mehr weibliche als männliche Studenten und im Rückblick kann konstatiert werden, dass das Bauhaus einen wesentlichen Teil seines innovatorischen Potenzials Frauen zu verdanken hat. Im Buch lernt man Pädagoginnen, Gestalterinnen und Künstlerinnen kennen, die am Bauhaus studierten, lehrten oder als Ehefrau der Baumeister ein eigenständiges Profil entwickelten, aber auch die Ideen und Werke des Bauhaus der Welt zugänglich machten.
Die vergessenen Werke der Bauhaus-Frauen werden gewürdigt und ins rechte Licht gesetzt, Das vorliegende Buch von Ulrike Müller ist eine weitere wichtige Veröffentlichung des Elisabeth Sandmann Verlags mit dem Ziel, bislang eher unbekannt gebliebene Frauen und ihr künstlerisches Werk ans Licht der Öffentlichkeit zu ziehen und ihnen damit den ihnen zukommenden Stellenwert und die entsprechende Würdigung zu geben.

Ging es in dem ebenfalls 2009 erschienenen Buch von Katja Behling um die "Malweiber" um 1900, einer Gruppe von lange verkannten Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in ihrer Gesamtheit künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt haben, aber dennoch von der Kunstgeschichte über eine lange Zeit verkannt und übersehen wurden, befasst sich Ulrike Müller mit den Frauen, die etwa 20 bis 30 Jahre später nach der Gründung des Staatlichen Bauhauses in dessen verschiedene Werkstätten strömten, sich um die Aufnahme einer Ausbildung dort bewarben und von den Bauhaus-Männern, insbesondere von Gropius, sehr argwöhnisch beäugt wurden. Dieser befürchtete nämlich, dass seine Schule mit weiblichem Kunsthandwerk in Verbindung gebracht werden könnte, und versuchte die Frauen in die Weberei abzuschieben.
"Ihr Eindringen in andere Bereiche setzte ein großes Selbstbewusstsein voraus, zudem mussten sie in ihrer Arbeit besser sein als ihre männlichen Kollegen", beschreibt Ulrike Müller eine Situation, die Frauen auch heute noch so erleben.

Und so gerieten die unzähligen Werke dieser Bauhaus -Frauen, Weberinnen, Keramikerinnen, Bühnenbildnerinnen, Architektinnen, Fotografinnen, Möbel- und Metalldesignerinnen in Vergessenheit, Werke von einer außergewöhnlich große künstlerischen Kraft und Qualität.

Ulrike Müller und der Sandmann Verlag haben sie aus der Versenkung hervorgeholt, und sie an den Platz gestellt, der ihnen gebührt.

Nur wenige sind bekannt, darum ist das ein richtig wichtiges Buch, mehr über das Bauhaus und mehr über die weibliche künstlerische Kraft an und in ihm zu erfahren. (weltexpress.info (05.01.

วันเสาร์ที่ 14 มกราคม พ.ศ. 2555

Golo Mann: Biographie Nicht nur für Golo Mann Fans-sehr unterhaltsam



Nicht nur für Golo Mann Fans-sehr unterhaltsam, Eine tolle Biographie! Tilmann Lahme bringt einem Golo Mann (dessen Arbeiten für mich immer eher etwas trocken waren) so richtig nahe und macht ihn für den Leser wirklich lebendig. Der Stil ist erfrischend und mitreißend, so dass auch "nicht so wichtige Zeiten" wie zB die Schulzeit einfach unterhaltsam zu lesen sind. Auch für nicht eingefleischte Golo Mann Fans ist das ein interessantes und packendes Buch. Ein wenig soillte man sich aber schon für "die Manns" interessieren, sonst ginge zuviel, was das Leben Golo Manns eben auch ausmacht, ins Leere.
Der gute Golo!, Über Golo Mann "gestolpert" bin ich durch Heinrich Breloers "Die Manns". Golos schafsinnige Bemerkungen über seine Familie, besondern natürlich über seinen Vater, zeigten deutlich, wie schwer er mit dieser Vaterfigur zu kämpfen hatte und wie wenig ihm bewusst war, dass er der Einzige der Mann-Kinder war, dem es gelungen war aus dem Schatten dieses Übervaters herauszutreten und Anerkennung zu finden mit etwas ganz Eigenem.
Aber der Familiendämon saß ihm sein ganzen Leben im Nacken und dies beschreibt Tilmann Lahme sehr eindrücklich und manchmal mit einem deutlichen Unterton von Mitleid.

Golo nahm den Platz in der Familie ein, der ihm durch sein Naturel vorbestimmt war. Nicht brillant und schillernd wie seine beiden älteren Geschwister, aber sehr intelligent, verlässlich und bei Bedarf unsichtbar - Lahmes zitierte Tagebucheintragungen oder Briefe lassen ein wahrlich gruseliges Bild des mannschen Familienlebens aufkommen.

Der Nationalsozialismus und die daraus resultierende Emigration war eine Wunde, die niemals verheilte. Golo Mann hielt nach mehreren gescheiterten Versuchen räumlichen Abstand zu Deutschland, schrieb aber über sein Land und engagierte sich in der Politik. Festlegen auf eine Richtung ließ er sich nie, stand mit seinen Ansichten oft allein oder war seiner Zeit voraus, manchmal allerdings überschaute er nicht die Konsequenzen seines öffentlichen Einsatzes. (Franz-Josef Strauss).

Menschlich gesehen zeichnet Lahme das Bild eines Menschen, dessen Einsamkeit greifbar ist, der trotz vieler Freunde und Kontakte niemals das Gefühl von Geborgenheit erfahren hatte. Seiner Familie blieb Golo auf eine für Außenstehende wohl unverständliche Weise treu. Stütze für Erika, zu der das Verhältnis sehr schlecht war, Gesellschafter für die Mutter, die das Haus der Familie in Kilchberg in ein Museum verwandelte, später im Alter noch das Zusammenleben mit der ungeliebten Schwester Monika. Er musst gewusst haben, dass es ihm zu Lebzeiten niemals gelingen würde, Distanz zu seiner Familie aufzubauen.
" Etwas wollen, heisst freilich auch: auf der Hut sein gegen das, was man nicht will." ( Golo Mann), Der Autor des vorliegenden Buches Dr. Tillmann Lahme lebt als Historiker und Journalist in Göttingen. Er hat mit seiner Golo-Mann-Biographie ein betont faktenreiches Buch vorgelegt, das in fünf große Abschnitte eingeteilt ist, die ich mir an dieser Stelle zu nennen erlaube: Eine deutsche Jugend 1909-1933; II: In der Emigration 1933-1945; III: Zögerliche Rückkehr 1946-1958; IV Auf und ab; " I am getting important" 1959-1971; V: Späte Jahre: " Der Pfeil in meinem Köcher " 1971-1994.

Obschon ich Golo Manns berühmtes Werk " Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts " bereits als 17 jährige mit großer Begeisterung las, habe ich mich mit dem Autor selbst bislang nie näher befasst.

Golo Mann - berühmter Sohn, Emigrant, Gelehrter und scharfsinniger Analytiker im politischen Spannungsfeld zweier Kontinente. Zu Beginn des krisengeschüttelten 20. Jahrhunderts hineingeboren in eine der prominentesten Familien dieser Zeit, aufgewachsen in der Weimarer Republik, war er ein früher Kritiker des Nationalsozialismus. Die Emigration führte ihn über Frankreich und die Schweiz in die USA. Nach seiner zögerlichen Rückkehr nach Europa folgte mit dem »Wallenstein« und der »Deutschen Geschichte« die späte Anerkennung des Historikers, der sich bis zu seinem Tod 1994 kontrovers und unabhängig in die Geschicke der Bundesrepublik einmischte.

วันศุกร์ที่ 13 มกราคม พ.ศ. 2555

Modotti: Eine Frau des 20. Jahrhunderts



Als Fotografin wird sie von Madonna verehrt und zu Höchstpreisen gehandelt. Als Schauspielerin stieg sie zum Star des Hollywood-Stummfilms auf. Als Revolutionärin spionierte sie für die Komintern. Tina Modotti war Geliebte und Muse von Künstlern wie Edward Weston und Diego Riviera, Freundin von Frida Kahlo, John Dos Passos und Anna Seghers. Ángel de la Calles preisgekrönte Graphic Novel über das Leben dieser Wegbereiterin der Emanzipation eröffnet zugleich ein dichtes Panorama der politischen Brüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

วันพฤหัสบดีที่ 12 มกราคม พ.ศ. 2555

Weisheit: 50 Porträts. Bildband zur Portrait-Fotografie Bestens



mehr als Unterhaltung, Mit ausdruckstarken, großformatigen und unretuschierten Bildern untermalt, stellt Zuckerman nicht nur die Gesichter 50 Prominenter in ihrer Altersschönheit vor, sondern gibt durch Interviews Einblicke zu dem Thema der Arbeit - Weisheit. Die dargestellten Prominenten geben ganz eigene Einblicke in ihre Lebensgeschichten und ihre ganz eigene Interpretation von Weisheit, deren Mitschnitte auch in der beigefügten DVD zusammengefügt sind. Ein toll gemachter Bild-Band, der auf solch ansprechende Weise das Konstrukt der Weisheit einem breitem Publikum zugänglich macht...
Anders als erwartet., Als ich die Werbung und die Rezensionen dieses Bildbandes las habe ich mehr erwartet. Viel wurde ja in die Gesichter hininterpretiert. Was wohl wie zu bedeuten hat. Ich ehrlich gesagt sehe da nicht viel, als wirklich gut abgelichtete unretuschierte Stars.
Dennoch sollte man die Qualität des Bildbandes loben, nicht nur die Qualität des Einbands und der Papier, sondern natürlich auch der Fotos selbst.
Weisheit, Ein Buch mit dem Titel Weisheit fällt auf, nicht allein wegen des großen Formats, sondern vor allem weil das Thema in Zeiten von Jugendkult und Schnelllebigkeit, Informationsüberflutung und medialer Zerstreuung ein Signal setzt. Weisheit assoziieren wir mit Alter und Lebenserfahrung, Wissen und Gelassenheit. Dem Fotografen Andrew Zuckerman und dem Produzenten Alex Vlack geht es jedoch nicht um die philosophische Frage, was Weisheit ist, sondern um die ganz persönliche Weisheit fünfzig bekannter Menschen aus Medien, Politik und Kunst. Alle Porträtierten haben die Lebensmitte überschritten, sind zwischen 1917 und 1943 geboren. Ihre Porträts zeigen die Verbindung von Lebenserfahrung und Lebenseinstellung in Wort und Bild.

Gesichter

Die Fotos sind ausdrucksstarke Annäherungen an die Persönlichkeit der Menschen und die Würde des Alters. Sie spiegeln nicht allein die Spuren gelebten Lebens, sondern sind Charakterdarstellungen. Es gibt weder Kulisse noch Bildhintergrund, sondern allein die schlichte Konzentration auf den Gesichtsausdruck vor weißer Leinwand. Freude und Leid, Verschmitztes und Ernsthaftes, Nachdenkliches und Gelassenes werden dabei sichtbar.

Quintessenz gesammelter Lebenserfahrungen

Die Porträtierten verdichten auf knappem Raum, was ihnen wichtig war und ist. So relativiert der Schauspieler Clint Eastwood das eigene Ego, wenn er sagt: Die Welt ist ein Zirkus, in dem wir nur bis zu einem gewissen Grad zählen." Die Schimpansenexpertin und Umweltschützerin Jane Goodall betont dagegen die Weisheit der indigenen Völker, die bei ihren Entscheidungen die möglichen Folgen für künftige Generationen bedachten", was auch ihrem Lebensmotto entspricht.

Doch Menschen wie Nelson Mandela und Desmond Tutu oder Vanessa Redgrave und Nadine Gordimer sind nicht automatisch mit dem Älterwerden weise geworden. Vielmehr sind sie durch Krisen gegangen und haben sich mit zentralen Fragen des Lebens befasst. Erst durch diese Auseinandersetzung haben sie zu ihrer persönlichen Weisheit gefunden. Lektüre und DVD der Live-Mitschnitte der Interviews geben einem den Eindruck, kurz bei Prominenten zu Gast zu sein.
Viel Geld für wenig Weisheit, Die Erwartungen, die durch den voluminösen Werbeauftritt erzeugt werden, können nicht im Ansatz erfüllt werden. Der Buchtitel führt in die Irre, denn nicht nur die Auswahl der Personen, sondern vor allem die mehrheitlichen Texte (ganz wenige ausgeschlossen) erfüllen in keiner Weise den Anspruch an ein derartiges Werk. Gute Fotos, aber nicht besonders. Hier versteht es ein Fotograf mit Marketing, dem Eskimo den Kühlschrank zu verkaufen. Nicht kaufenswert. Überteuert. Titel falsch gewählt.
Tolles Buch, Das Buch enthält wirklich schöne Fotografien.
Auch die Texte sind weitestgehend originell.
Also für intellektuelle Bücherratten und Menschen die sich von Trivialliteratur etwas entfernen wollen durchaus zu empfehlen.

Auf allen gesellschaftlichen Ebenen wächst heute das Ansehen älterer Menschen. Wir erholen uns langsam von einem überall dominierenden Jugendkult und erkennen, welche besonderen Botschaften wir von Menschen mit Lebenserfahrung zu erwarten haben. Der junge Fotograf Andrew Zuckermann hat 50 internationale Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Kunst in einem Studio ohne ablenkende Details fotografiert. Ganz nah geht er an die Gesichter heran, retuschiert keine Falten und bringt dabei dennoch eine Schönheit ans Licht, die durch Erfahrungen, Glück und Leid erworben wurde. Zu den großen Fragen nach Liebe, Erfolg, Glück und Tod äußern sich diese Menschen vor dem Hintergrund ihrer beeindruckenden Lebensgeschichten und vermitteln uns ihre persönliche Weisheit. Dem Band liegt eine DVD bei, die unmittelbar aus den Live-Mitschnitten der Gespräche entstanden ist.

วันพุธที่ 11 มกราคม พ.ศ. 2555

Mein Herz - Niemandem: Das Leben der Else Lasker-Schüler Tolles Gaerät für wenig Geld!!



Ganz hier und ganz im Nirgendwo, "Sie ist eine Weltenerfinderin, eine Weltenschöpferin, eine Eigenweltenbewohnerin, auch - darin liegen ihr Glück und ihre Tragik zugleich - eine Eigenweltinhaftierte. Für jeden Anderen mögen diese Worte zu groß sein, für Else Lasker-Schüler sind sie gerade groß genug." Kerstin Decker, die bereits mit Paula Modersohn-Becker und Heinrich Heine erstklassige Künstler-Biografien vorgelegt hat, ist erneut ein großer Wurf gelungen.
Lasker-Schülers Gedichte muss man einfach lesen, Dies ist die erste Biografie die ich über Lasker-Schüler lese und kann nicht aufhören.
Die Gedichte sind aus einer anderen Welt, gemalt, wie Rosen eines frühen Morgens, wie Tage des Honiglichts, tanzende Trauer in Balance zwischen Kommen und Gehen, das alte Lied des Wassers. Die Gedichte sind wie die Wiegenlieder einsamer Nächte - trotz Erotik, trotz Sinnlichkeit.

Lasker-Schülers Briefe verwirren mich. Da blitzt oftmals das Chaos durch, die Not des Sagen, wie die Autorin so wunderbar schreibt. Ich würde vielleicht sagen, die Not des Sagenmüssens. Manchmal machen die Worte wirklich einen Bogen um die einzig relevante Frage: Bist du wie ich?
In vielem habe ich mich wiedergefunden.
Ein sehr gutes Buch für all die, die Lyrik und Poesie lieben.
Gefühl und Genius, Das Leben der Else Lasker-Schüler ist ein kompromissloses: Gefühl und Genius, gelebt in der Totale. Wenngleich die vorliegende Biografie den Topos der "Dichterin" arg strapaziert und sich sehr auf das Emotionale beschränkt, gelingt es ihr doch, wesentlichen Lebenslinien nachzuspüren: der Kinderseele, dem mehrfachen Heimatverlust, dem Prinzip des Flüssigwerdens. Dass eine Biografie der Chronologie nicht immer streng folgen kann und schon gar nicht muss, weiß, wer neugierig darauf ist, das grundlegende Muster des Dicherinnenlebens durch die biografische Erzählung hindurch zu erkennen. Dieses Buch macht das dem neugierigen Leser nicht leicht; der pseudoexpressionistische Stil, mit dem die Biografin sich der Biografierten annähert, irritiert dabei ebenso wie die zahlreichen Seitenhiebe gegen die germanistische Lasker-Schüler-Forschung. Dies mag eine Sympathiebekundung mit dem antiakademischen Duktus Else Lasker-Schülers sein. Bei einer Biografin, deren Arbeitsgrundlage alleine eine kritische Werkausgabe darstellt, die auf der minutiösen Detailarbeit in Archiven und Nachlässen beruht, welche ihr somit von den geschmähten Germanisten abgenommen wurde, wirken die mehrfachen Ausfälle jedoch wahrhaft überzogen. Was nach der Lektüre bleibt, ist die Faszination von einer Dichterin, die sich das Traumreich einer Lebenswelt zu schaffen und gegen alle von Zeit und Raum bestimmten Widrigkeiten verteidigen vermochte, bis zum letzten Atemzug.

»Eine aus großer Anteilnahme heraus geschriebene Lebensgeschichte, die den Vorzug hat, eine Figur in ihrer Zeit lebendig werden zu lassen.«Jörg Magenau, Süddeutsche Zeitung, 11.8.2010 »Kerstin Decker hingegen spricht kein Urteil über ihre Protagonistin. Am Anfang ihres Buches steht das Motto Biographie ist radikale Vergegenwärtigung. Das hat Decker eingelöst – mit einer emotionalen, teilweise szenischen und assoziativen Sprache, die es dem Leser nicht leicht macht, sondern ihn herausfordert. So sehr, dass man am Ende des Buches eigentlich wieder von vorn beginnen will.« Deutschlandradio Kultur, Marcus Weber, 23.11.09 »Kerstin Deckers neue Biografie über Else Lasker-Schüler ist in ihrer Perspektive wirklich neu. Sie macht keinen Versuch der Vermittlung, sie übersetzt dieses Leben nicht in Begriff unseres Alltag, um es dem Normalverbraucher näher zu bringen. Sie nimmt die Dichterin ganz ernst, lässt sie in ihrer Eigenwilligkeit stehen, folgt ihr in die Einsamkeit ihres Schneckenhauses. Kerstin Decker zeigt uns die Welt durch Else Lasker-Schülers Augen, und sie nimmt die Dichterin beim Wort. Ihre Biografie ist parteiisch, und das ist gut so.« Die Welt, Jakob Hessin, 12.12.

วันอังคารที่ 10 มกราคม พ.ศ. 2555

Über kurz oder lang: Erinnerungen an Erich Fried Guter zu gutem Preis



Zeitdokument einer ungewöhnlichen Ehe,
Schon das Titelbild zeigt ein ungewöhnliches Paar: sie ist groß und schlank, er dagegen sieht klein und hässlich neben ihr aus. Sie nennt ihn Froschkönig!

Catherine Fried kommt 1965 als junge Frau nach Wien, wo sie Erich Fried, dem damals schon recht bekannten jüdischen Dichter, Essayisten und Übersetzer, vorgestellt wird. Er ist ein untersetzter, dicklicher und unansehnlicher Mann. Erich Fried ist in Gedanken, redet mit seinem Freund Georg Eisler über Politik und nimmt kaum Notiz von der jungen Dame. Dennoch hat er sie aus den Augenwinkeln wahrgenommen. In London, wo sie sich wieder sehen, beginnt Mitte der sechziger Jahre zwischen den beiden eine einmalige und gewiss auch eine der aufregendsten Beziehungen in Künstlerkreisen. Catherine Boswell ist 29 Jahre alt, Erich Fried ist 15 Jahre älter und hat bereits zwei Ehen hinter sich.

Catherine schildert mit innerer Distanz und ausgeprägtem Sinn für die skurrilen Eigenheiten ihres zukünftigen Ehemannes ihr beginnendes Zusammenleben. Er wirbt unverdrossen um sie, und sie lässt sich endlich 1965 auf eine Ehe ein, die nur mit einem hohen Maß an Toleranz zu bewältigen ist. Sie bekommen zu den drei schon vorhandenen Kindern aus seinen verflossenen Ehen, die teilweise auch bei ihnen wohnen, noch drei weitere Kinder. An den Kindern hängt Fried närrisch, und auch seine ehemaligen Frauen gehören zum Tross der Menschen, die sein Leben und seine Häuser bevölkern. Die 68 ziger Jahre mit den revolutionären politischen Entwürfen zur gesellschaftlichen Veränderung hielten ausdrücklich auch in ihrem Hause Einzug. So finden sich immer häufiger Gäste und auch Schmarotzer bei dem Paar ein.
Erinnerungen an einen Poeten und Menschen voller Widersprüchlichkeit - Erich Frieds Witwe erzählt aus einem politischen Leben, Zwanzig Jahre ist es her, dass der Dichter gestorben ist, aus dessen Feder die erfolgreichsten sowohl politischen als auch romantischen Gedichte der deutschen Nachkriegszeit entstanden sind. Erich Fried starb 1988 und hinterließ nicht nur Tausende von Gedichten, gute und auch schlechte, sondern auch eine Frau.
ungewöhnlicher einblick in ungewöhnliche ehe, Als ehemals große Verehrerin von Erich Frieds Gedichten, hat mir dieses Büchlein sehr interressante und aufschlussreiche Einblicke in den Mann Erich Fried und sein Leben ermöglicht. Catherine Fried schreibt ausgesprochen kurzweilig und humorvoll, - einfach total nett zu lesen! Ich habe immer wieder nur gestaunt und geschmunzelt, was für eine eigenwillige Person Erich Freid gewesen sein muß, wie ungewöhnlich sein Familien- und Eheleben verlief und wie tolerant eine Frau sein muss, die 25Jahre mit ihm verheiratet geblieben ist und noch viel später erst diese liebevollen, rückblickenden Erzählungen verfasst hat.
Wunderbares Buch, Vor kurzem las ich die Autobiografie von Erich Fried "Mitunter auch Lachen". Dieses Buch gefiel mir sehr und ich war neugierig auf die Erinnerungen von Frieds dritter Ehefrau, Catherine Boswell, an die gemeinsame Zeit mit Fried bis zu dessen relativ frühen Tod im Jahre 1988.

Ein wunderbares Buch. Es wirkt ehrlich, ungeschönt. Vor allem der erste Teil ist so geschrieben, dass man oft den Kopf schüttelt, manchmal auch herzhaft lacht. Eine Mäusefamilie, von Erich Fried gehätschelt, zieht andere Tiere magisch an..., der Haushalt ist immer etwas am Rande des Chaos.

Ein liebevolles und treffendes Bild Erich Frieds als Ehemann und Vater und zugleich ein heiteres Portrait der Zeit, vor allem der verwickelten siebziger Jahre.